Die kurze Antwort
Wer keine Vollzeit-CFO-Stelle besetzen kann oder will, hat fünf Alternativen: einen Interim CFO für eine Vakanz, CFO as a Service für dauerhafte Führung in Teilzeit, einen Head of Finance auf Zeit für die Teamleitung, gezielte Verstärkung in Buchhaltung und FP&A oder eine ausgelagerte Finanzfunktion. Welche passt, hängt davon ab, was fehlt: Führung, Kapazität oder Struktur.
Warum die Festanstellung oft nicht die erste Wahl ist
Ein festangestellter CFO kostet im Mittelstand rund 140.000 bis 190.000 Euro im Jahr, im gehobenen Mittelstand 180.000 bis 300.000 Euro. Dazu kommen Recruiting-Kosten von meist 25 bis 30 Prozent eines Jahresgehalts und sechs bis neun Monate bis zum Start, Kündigungsfrist eingerechnet. Das lohnt sich, wenn die Finanzfunktion dauerhaft eine Vollzeitkraft auslastet. In vielen Unternehmen mit 30 bis 500 Mitarbeitenden ist das nicht der Fall, oder die Stelle ist gerade nicht besetzbar. Dann gibt es Alternativen.
Die Alternativen im Überblick
| Alternative | Passt, wenn | Kostenrahmen | Start |
|---|---|---|---|
| Interim CFO | Die Stelle ist vakant oder ein Sonderthema steht an (Runde, Verkauf, Umbau) | Marktweit 1.400–2.500 € pro Tag; bei nugrow ab 1.800 € | Tage bis wenige Wochen |
| CFO as a Service (Fractional CFO) | Dauerhaft CFO-Kompetenz, aber keine Vollzeit-Auslastung | Monatspauschale 2.500–15.000 €, je nach Umfang | Tage bis wenige Wochen |
| Head of Finance auf Zeit | Das Team braucht eine Leitung, die Ebene darüber ist nicht das Problem | bei nugrow ab 1.300 € pro Tag | Tage bis wenige Wochen |
| Verstärkung in Buchhaltung, Controlling, FP&A | Abschluss hängt, Reporting fehlt oder jemand fällt aus | bei nugrow ab 850 € (Buchhaltung), 1.050 € (Controlling), 1.150 € (FP&A) pro Tag | Tage bis wenige Wochen |
| Ausgelagerte Finanzfunktion | Standardprozesse sollen dauerhaft außer Haus laufen | Je nach Leistungsumfang, meist Festpreis pro Monat | Wochen bis Monate |
| Zum Vergleich: Festanstellung | Dauerhaft Vollzeit-Auslastung und besetzbare Stelle | 140.000–300.000 € Vollkosten pro Jahr | 6–9 Monate |
Alle Werte sind Netto-Richtwerte, Stand 2026. Welche Sätze bei nugrow gelten, steht auf der Seite Preise.
Interim CFO: wenn die Stelle jetzt besetzt sein muss
Ein Interim CFO übernimmt die Finanzleitung für einen klar begrenzten Zeitraum, meist in Vollzeit oder nahe Vollzeit. Das passt bei Kündigung oder Elternzeit der bisherigen Leitung, vor einer Finanzierungsrunde oder bei einem Verkauf. Wichtig ist von Beginn an ein Plan für die Übergabe an die Nachfolge. Den Ablauf zeigt die Seite zu Interim Management, die Kosten der Beitrag Was kostet ein Interim CFO?.
CFO as a Service: Führung ohne Vollzeitstelle
Hier übernimmt ein externer CFO dauerhaft, aber nur in dem Umfang, den das Unternehmen braucht, von wenigen Tagen im Monat bis zu mehreren Tagen pro Woche. Abgerechnet wird per Monatspauschale. Der Begriff Fractional CFO meint dasselbe Modell, mehr dazu im Beitrag Fractional CFO, externer CFO, Teilzeit-CFO. Als Faustregel gilt: Solange die Pauschale unter etwa 12.000 Euro im Monat liegt, ist sie günstiger als eine eigene Stelle. Die einzelnen Bausteine zeigt CFO as a Service: Leistungsmodule und Preismodelle.
Head of Finance auf Zeit: wenn das Team führungslos ist
Manchmal fehlt kein CFO, sondern jemand, der das Team führt, den Monatsabschluss absichert und das Reporting zuverlässig macht. Dann ist ein Head of Finance auf Zeit die passendere und günstigere Besetzung. Wie sich beide Rollen unterscheiden, erklärt der Beitrag Head of Finance oder CFO.
Verstärkung statt Ersatz
Oft ist der CFO nicht das Problem, sondern fehlende Kapazität darunter: Abschluss-Rückstand, eine Elternzeit-Vertretung, ein Datenraum, der bis zur Runde fertig sein muss. Dann reicht ein Interim-Profil in Buchhaltung, Controlling oder FP&A. Die Seite Interim Accounting und FP&A zeigt Rollen und Kosten, der Beitrag Finance-Team verstärken statt ersetzen die Anlässe.
Ausgelagerte Finanzfunktion
Standardprozesse wie Buchhaltung, Lohn oder Forderungsmanagement lassen sich dauerhaft an einen Dienstleister geben. Das schafft Entlastung, ersetzt aber keine Führung: Wer plant, steuert und mit Investoren spricht, bleibt im Haus oder kommt von extern über eines der oben genannten Modelle. Typisch ist die Kombination aus ausgelagerter Standard-Buchhaltung und CFO as a Service.
Wie Sie entscheiden: vier Fragen
- Fehlt Führung, Kapazität oder Struktur? Führung spricht für Interim CFO oder CFO as a Service, Kapazität für Verstärkung, Struktur für Auslagerung oder ein Reporting-Fundament.
- Wie lange besteht der Bedarf? Unter einem Jahr spricht für Interim, dauerhaft aber in Teilzeit für CFO as a Service.
- Wie viele Tage pro Woche sind realistisch ausgelastet? Unter drei Tagen ist ein Teilzeit-Modell fast immer günstiger als eine Festanstellung.
- Wie schnell muss es gehen? Wer in Wochen statt in Monaten handlungsfähig sein muss, kommt an einer externen Lösung kaum vorbei.
Ein ausführlicher Vergleich der drei häufigsten Modelle steht im Beitrag Interim CFO, CFO as a Service oder Festanstellung, die Entscheidungslogik nach Anlass auf der Seite Interim CFO oder Festanstellung. Ist akut die Zahlungsfähigkeit das Thema, hilft die 13-Wochen-Liquiditätsplanung samt kostenloser Excel-Vorlage.
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Häufige Fragen
Was ist die günstigste Alternative zum festangestellten CFO?
Bei dauerhaftem Bedarf in Teilzeit ist CFO as a Service meist am günstigsten, weil nur der tatsächlich benötigte Umfang bezahlt wird. Die Marktspanne liegt bei 2.500 bis 15.000 Euro pro Monat. Für einzelne Aufgaben kann eine Verstärkung in Buchhaltung oder Controlling noch günstiger sein.
Wann lohnt sich ein Fractional CFO statt eines Interim CFO?
Ein Fractional CFO lohnt sich, wenn die Aufgabe dauerhaft besteht, aber nicht Vollzeit auslastet. Ein Interim CFO lohnt sich, wenn eine konkrete Stelle für einen begrenzten Zeitraum besetzt werden muss, meist in Vollzeit.
Kann ein Head of Finance einen CFO ersetzen?
Nur teilweise. Ein Head of Finance führt das Team und sichert Abschluss und Reporting. Finanzierung, Investorenkommunikation und strategische Planung gehören dagegen meist zur CFO-Rolle. Wo diese Aufgaben nicht anfallen, reicht ein Head of Finance oft aus.
Wie schnell kann eine externe Lösung starten?
Interim- und Teilzeit-Modelle starten in der Regel innerhalb weniger Tage bis zu zwei Wochen. Eine Festanstellung braucht inklusive Kündigungsfrist sechs bis neun Monate.
Ab wann lohnt sich dennoch eine Festanstellung?
Wenn die Finanzfunktion dauerhaft eine Vollzeitkraft auslastet und die Stelle intern besetzbar ist. Als Faustregel gilt: Liegt die Monatspauschale für CFO as a Service dauerhaft über etwa 12.000 Euro, wird die eigene Stelle günstiger.





