Sebastian Janus
Sebastian Janus

CFO as a Service: Leistungsmodule und Preismodelle im Überblick

August 31, 2026

CFO as a Service wird selten als Ganzes gekauft, sondern in Modulen. Welche das sind, in welcher Reihenfolge sie sinnvoll sind, was sie am Markt kosten – und ab wann sich eine eigene Stelle rechnet.

Titelbild: CFO as a Service – sechs Leistungsmodule und ihre Preismodelle.

Die kurze Antwort

CFO as a Service wird selten als Ganzes eingekauft, sondern in Modulen: Buchhaltung, Reporting und Controlling, Finanzplanung, Liquiditätssteuerung, Investoren- und Bankenkommunikation, Prozess- und Systemaufbau. Marktspanne der Monatspauschale in Deutschland: 2.500 bis 15.000 Euro, je nach Umfang. Am unteren Ende stehen Sparring und Reporting-Review, am oberen die faktische Finanzleitung in Teilzeit.

Faustregel: Solange die Monatspauschale unter rund 12.000 Euro liegt, ist sie günstiger als die Vollkosten einer eigenen CFO-Stelle.

Die sechs Module

ModulWas drinstecktTypischer Auslöser
Laufende BuchhaltungFinanzbuchhaltung, Debitoren und Kreditoren, Zahlungsverkehr, Abstimmung mit dem SteuerberaterWachstum, steigende Belegzahl, Personalabgang
Reporting und ControllingMonatsabschluss, Kennzahlen, Soll-Ist-Vergleich, KostenstellenErstes Bankgespräch, erster Investor, Gesellschafterwechsel
FinanzplanungIntegriertes Modell über GuV, Liquidität und Bilanz; SzenarienFinanzierungsrunde, Investitionsentscheidung, Budgetprozess
LiquiditätssteuerungRollierende Liquiditätsplanung, Working Capital, RunwayEnge Kasse, saisonale Schwankungen, Wachstumsfinanzierung
Investoren- und BankenkommunikationReporting-Pakete, Covenant-Überwachung, Vorbereitung von TerminenBestehende Finanzierung, laufende Runde, Refinanzierung
Prozesse und SystemeAuswahl und Einführung von Tools, Freigabewege, DokumentationExcel stößt an Grenzen, Abschluss dauert zu lange

In welcher Reihenfolge die Module sinnvoll sind

Der häufigste Fehler ist, oben anzufangen. Eine Finanzplanung auf Basis unsauberer Buchhaltung ist eine gut aussehende Fehlkalkulation. Die Reihenfolge, die in der Praxis trägt:

  1. Datenbasis herstellen. Buchhaltung aktuell und verlässlich – ohne das ist alles Weitere Schätzung.
  2. Reporting aufsetzen. Ein Monatsabschluss, dem man glaubt, und fünf bis zehn Kennzahlen, die wirklich gesteuert werden.
  3. Liquidität planen. Rollierend, mindestens 13 Wochen. Das ist die Zahl, die nächtliche Anrufe verhindert.
  4. Finanzplanung bauen. Erst jetzt lohnt ein integriertes Modell, weil die Annahmen an echten Zahlen hängen.
  5. Nach außen kommunizieren. Investoren und Banken bekommen ein Paket, das sich aus dem Reporting speist statt jedes Mal neu gebaut zu werden.

Was die Modelle kosten

Die folgenden Werte sind Marktspannen aus öffentlich zugänglichen Erhebungen für Deutschland, keine Preisliste eines einzelnen Anbieters.

UmfangMonatspauschaleWofür das reicht
Wenige Tage pro Monat2.500–5.000 €Sparring, Reporting-Review, Begleitung des Steuerberaters
Ein Tag pro Woche5.000–9.000 €Laufendes Controlling, Finanzplanung, Bankgespräche
Zwei bis drei Tage pro Woche9.000–15.000 €Faktische Finanzleitung, Fundraising-Begleitung

Zum Vergleich: Der Median für CFO-Positionen liegt laut StepStone-Gehaltsdaten bei rund 114.400 Euro Bruttojahresgehalt. Mit Arbeitgeberanteilen, Bonus und Arbeitsplatz ergeben sich Jahres-Vollkosten von etwa 140.000 bis 190.000 Euro im Mittelstand – rund 12.000 bis 16.000 Euro im Monat, plus einmalig 25 bis 30 Prozent eines Jahresgehalts fürs Recruiting und sechs bis neun Monate bis zur Besetzung.

Drei Preismodelle und wann welches passt

Monatspauschale je Modul. Der Regelfall. Planbar, und die Module lassen sich einzeln zu- und abschalten. Achte darauf, was ausdrücklich nicht enthalten ist – Jahresabschluss, Sonderprojekte und Systemeinführungen sind es meist nicht.

Tagessatz. Sinnvoll bei schwankendem Bedarf und in der Anfangsphase, solange der Umfang unklar ist. Später meist teurer als eine Pauschale.

Projektpreis. Für abgegrenzte Vorhaben wie ein Financial Model oder eine Systemeinführung. Braucht eine saubere Leistungsbeschreibung, sonst endet es in Nachträgen.

Sechs Fragen an jeden Anbieter

  1. Welche Module sind in der Pauschale enthalten – und welche ausdrücklich nicht?
  2. Wer arbeitet konkret, mit welcher Erfahrung in vergleichbaren Unternehmen?
  3. Wie kurzfristig lässt sich der Umfang nach oben und nach unten anpassen?
  4. Welche Kündigungsfrist gilt?
  5. Wem gehören die Modelle, Vorlagen und Auswertungen nach Vertragsende?
  6. Was passiert bei Ausfall der zuständigen Person?

Frage fünf wird gern übersehen und ist die teuerste: Wenn Modell und Reporting beim Anbieter bleiben, beginnt die Arbeit beim nächsten Wechsel von vorn.

Wann die Rechnung kippt

CFO as a Service lohnt sich, solange die Finanzfunktion keine Vollzeitkraft dauerhaft auslastet. Drei Anzeichen, dass der Punkt erreicht ist: Die Monatspauschale nähert sich 12.000 Euro. Die externe Person ist faktisch täglich im Unternehmen. Und es entstehen laufend Aufgaben, die interne Präsenz verlangen – Führung eines wachsenden Finance-Teams etwa.

Umgekehrt bleibt das Modell tragfähig, wenn der Bedarf schwankt, wenn Spezialwissen nur phasenweise gebraucht wird, oder wenn die Stelle am Markt schlicht nicht zu besetzen ist – was im Mittelstand häufiger vorkommt, als die Gehaltstabellen vermuten lassen.

Häufige Fragen

Was kostet CFO as a Service pro Monat?

Marktspanne in Deutschland: 2.500 bis 15.000 Euro monatlich. Wenige Tage im Monat für Sparring und Reporting-Review liegen am unteren Ende, zwei bis drei Tage pro Woche mit faktischer Finanzleitung am oberen.

Welche Leistungen umfasst CFO as a Service?

Typisch sind sechs Module: laufende Buchhaltung, Reporting und Controlling, Finanzplanung, Liquiditätssteuerung, Investoren- und Bankenkommunikation sowie Prozess- und Systemaufbau. Sie werden einzeln kombiniert, nicht als Paket gekauft.

Womit sollte man anfangen?

Mit der Datenbasis. Eine Finanzplanung auf unsauberer Buchhaltung ist eine gut aussehende Fehlkalkulation. Erst Buchhaltung, dann Reporting, dann Liquidität, dann Planung.

Ab wann lohnt sich eine eigene CFO-Stelle?

Als Faustregel ab etwa 12.000 Euro Monatspauschale – dann nähert sich das Modell den Vollkosten einer eigenen Stelle. Vorausgesetzt, die Position lässt sich besetzen und die Auslastung trägt eine Vollzeitkraft dauerhaft.

Was ist der Unterschied zu Interim Management?

Interim Management überbrückt eine konkrete Vakanz, meist in Vollzeit und klar befristet. CFO as a Service ist dauerhafte Begleitung in Teilzeit mit anpassbarem Umfang.

Quellen

Monatspauschalen und Vollkosten der Festanstellung: MRH Beratung. CFO-Gehaltsmedian: StepStone-Gehaltsdaten Deutschland. Tagessatz-Spannen: Interim Profis und DDIM-Marktstudie 2026. Alle Werte Stand August 2026; sie beschreiben den Markt, nicht die Konditionen eines einzelnen Anbieters.

Sebastian Janus
Sebastian Janus
Gründer & geschäftsführender Gesellschafter

Dieser Blog dient als Plattform, auf der ich mein Wissen teile und es GründernInnen und UnternehmerInnen erleichtere, die Herausforderungen im Bereich Finanzen, Buchhaltung und Controlling zu meistern.

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