Sebastian Janus
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Was kostet ein Interim CFO? Tagessätze, Abrechnungsmodelle und Rechenbeispiele

Bei nugrow kostet ein Interim CFO ab 1.800 Euro netto pro Tag, der Markt liegt bei 1.400 bis 2.500 Euro. Der Beitrag zeigt die Sätze nach Rolle, die Abrechnungsmodelle, ein Rechenbeispiel und wie man Angebote vergleicht.

Aktualisiert am
Titelbild: Was kostet ein Interim CFO – 1.400 bis 2.500 Euro Tagessatz im deutschen Markt.

Die kurze Antwort

Bei nugrow kostet ein Interim CFO ab 1.800 Euro netto pro Tag. Die übrigen Rollen beginnen tiefer: Head of Finance ab 1.300 Euro, FP&A ab 1.150 Euro, Controlling ab 1.050 Euro, Buchhaltung ab 850 Euro. Alle Sätze und ein Kostenrechner stehen auf der Preisseite.

Zum Vergleich der Gesamtmarkt: Interim CFOs kosten in Deutschland laut öffentlichen Erhebungen 1.400 bis 2.500 Euro pro Tag, in Restrukturierungen und im Konzernumfeld auch 3.000 Euro und mehr. Der Durchschnitt über alle Interim-Funktionen liegt laut DDIM-Marktstudie 2026 bei 1.317 Euro. Diese Marktwerte beschreiben andere Anbieter, nicht die Konditionen von nugrow. Quellen stehen am Ende.

Tagessätze bei nugrow

RolleTagessatz ab (netto)Typischer Anlass
Interim CFO1.800 €Vakanz in der Leitung, Finanzierungsrunde, Transaktion, Exit
Head of Finance auf Zeit1.300 €Team und Monatsabschluss führen, ohne CFO-Rolle
FP&A1.150 €Planung, Forecast, Investorenreporting
Controlling1.050 €Reporting aufbauen, Monatsabschluss, Systemumstellung
Buchhaltung850 €Abschlussrückstand, Elternzeitvertretung, Ausfall

Der konkrete Satz richtet sich nach Projekt, Einsatzumfang und Laufzeit. Das Budget ergibt sich aus Tagessatz mal vereinbarten Tagen; eine feste Monatspauschale gibt es nicht.

Markt-Tagessätze nach Rolle (alle Anbieter)

Nicht jede Vakanz in der Finanzabteilung braucht einen CFO. Der Unterschied zwischen Finanzleitung und Controlling macht schnell 1.000 Euro pro Tag aus – die erste Frage ist also, welche Rolle wirklich zu besetzen ist.

RolleMarktspanne pro TagTypischer Anlass
Interim CFO, Finanzleitung1.400–2.500 €Vakanz in der Leitung, Finanzierungsrunde, Transaktion
Interim CFO in Restrukturierung oder Konzernab 3.000 €Sanierung, Carve-out, Post-Merger-Integration
Controlling800–1.200 €Aufbau von Reporting, Projektcontrolling, Systemumstellung
Finanz- und Bilanzbuchhaltung880–1.120 €Abschlussüberbrückung, Elternzeitvertretung, Rückstand aufarbeiten
HR- und Personalleitung800–1.500 €zum Vergleich, außerhalb Finance

Zwischen Controlling und CFO liegt eine Rolle, die oft gesucht, aber selten so benannt wird: der Head of Finance auf Zeit. Er führt Team und Monatsabschluss, Finanzierung und Investorengespräche bleiben bei Geschäftsführung oder CFO. Bei nugrow beginnt diese Rolle bei 1.300 Euro pro Tag.

Was den Satz nach oben und unten bewegt

Nach oben: Krisenlagen und Sanierung, weil Haftung und Druck steigen. Konzernumfeld mit Konsolidierung nach IFRS. Sehr kurzfristiger Start. Branchen mit Spezialwissen, etwa regulierte Finanzdienstleistung. Und Einsatzorte, die tägliche Anwesenheit verlangen.

Nach unten: Längere Laufzeiten mit planbarer Auslastung. Teilzeit statt Vollzeit. Remote-Arbeit. Und die Direktbeauftragung: über einen Provider kommen typischerweise 25 bis 35 Prozent Aufschlag auf den Satz, den die Person selbst nimmt. Das ist kein verstecktes Entgelt, sondern bezahlt Auswahl, Vertragsabwicklung und Ausfallabsicherung – aber man sollte wissen, wofür man zahlt. Welche Wege zum Interim CFO es neben dem Provider gibt, steht in einem eigenen Beitrag.

Die drei Abrechnungsmodelle

Tagessatz. Der Regelfall im Interim Management. Abgerechnet werden geleistete Tage, meist monatlich. Vorteil: exakte Zuordnung. Nachteil: schwer planbar, wenn der Umfang schwankt.

CFO as a Service. Laufende Unterstützung in Teilzeit. Bei nugrow wird CFO as a Service nach vereinbartem Tagessatz und Einsatzumfang kalkuliert. Ein daraus berechnetes Monatsbudget hilft bei der Planung; eine feste Monatspauschale wird nicht angeboten. Weiterlesen: CFO as a Service.

Projektpreis. Bei klar abgegrenzten Vorhaben – ein Financial Model, eine Due Diligence, eine Systemeinführung. Setzt eine belastbare Leistungsbeschreibung voraus, sonst wird aus dem Festpreis eine Nachtragsdiskussion.

Rechenbeispiel: sechs Monate Finanzleitung

Angenommen, die Finanzleitung fällt aus und muss ein halbes Jahr überbrückt werden. Vier Tage pro Woche entsprechen rund 104 Einsatztagen.

SzenarioRechnungKosten
nugrow, Interim CFO104 Tage × 1.800 €187.200 €
Markt, unteres Ende104 Tage × 1.400 €145.600 €
Markt, Mitte104 Tage × 1.950 €202.800 €
Markt, oberes Ende104 Tage × 2.500 €260.000 €
Markt, Mitte, reduziert auf 3 Tage/Woche78 Tage × 1.950 €152.100 €

Der Vergleich mit einer Festanstellung wird oft falsch gezogen. Der Median für CFO-Positionen liegt laut StepStone-Gehaltsdaten bei rund 114.400 Euro Bruttojahresgehalt; mit Arbeitgeberanteilen, Bonus und Arbeitsplatz ergeben sich Jahres-Vollkosten von etwa 140.000 bis 190.000 Euro im Mittelstand und 180.000 bis 300.000 Euro im gehobenen Umfeld. Auf sechs Monate umgelegt sind das 70.000 bis 160.000 Euro – scheinbar deutlich günstiger.

Nur ist diese Stelle in sechs Monaten nicht besetzbar. Rechnet man die übliche Besetzungsdauer von sechs bis neun Monaten mit ein, kostet die Festanstellung in diesem Zeitraum null Euro und liefert null Ergebnis. Der ehrliche Vergleich braucht einen Horizont von 24 Monaten und zählt die Vakanzmonate mit.

Wann sich der Einsatz rechnet

Ein Interim-Tagessatz ist nur im Verhältnis zum Schaden der Vakanz zu bewerten. Drei Größen taugen als Maßstab:

  • Verzögerte Finanzierungsrunde. Wenn belastbare Zahlen fehlen und sich der Abschluss um ein Quartal schiebt, kostet das je nach Runway mehr als der gesamte Einsatz.
  • Verpasste Abschlussfristen. Ohne Finanzleitung verschieben sich Monats- und Jahresabschlüsse. Bei Bankauflagen oder Investoren-Reporting ist das kein Schönheitsfehler.
  • Entscheidungen im Blindflug. Wer drei Monate ohne Liquiditätsplanung steuert, trifft Entscheidungen auf Basis von Kontoständen.

Woran man einen überhöhten Satz erkennt

Ein hoher Tagessatz ist nicht automatisch zu teuer. Auffällig wird es, wenn der Anbieter keine vergleichbaren Projekte benennen kann, wenn unklar bleibt, wer konkret arbeitet, oder wenn Einarbeitung als abrechenbare Leistung gilt. Umgekehrt gilt: Ein günstiger Satz hilft nicht, wenn die Einarbeitung doppelt so lange dauert. Entscheidend sind die Kosten bis zum Ergebnis, nicht pro Tag.

Angebote vergleichen: fünf Prüfpunkte

  1. Leistungsumfang prüfen: Was ist enthalten, was nicht? Ein niedriger Tagessatz mit engem Umfang kann am Ende teurer sein.
  2. Ergebnisse statt Stunden: Festlegen, was nach der Laufzeit stehen soll, etwa ein Monatsabschluss in fester Frist oder eine fertige Planung.
  3. Referenzen: Nach vergleichbaren Einsätzen fragen und danach, was davon geblieben ist.
  4. Reise- und Nebenkosten: Vorab klären, ob sie gesondert berechnet werden.
  5. Laufzeit und Kündigung: Ein Einsatz sollte sich bei Bedarf anpassen lassen.

Was vorab zu klären ist

Je klarer das Ziel, desto genauer das Angebot. Hilfreich sind der aktuelle Stand der Finanzfunktion, die wichtigsten Aufgaben der nächsten Monate, der Zeitrahmen und die Frage, ob eine Führungskraft oder eine Fachkraft für das Reporting gebraucht wird. Für Letzteres reicht oft ein Interim Controller oder Verstärkung über Interim Accounting und FP&A. Für die Führungsebene ist der Interim CFO gedacht.

Häufige Fragen

Was kostet ein Interim CFO pro Tag?

Bei nugrow ab 1.800 Euro netto pro Tag. Marktweit liegen Interim CFOs in Deutschland bei 1.400 bis 2.500 Euro, in Restrukturierungs- und Konzernprojekten auch bei 3.000 Euro und mehr.

Was kostet ein Interim Controller?

Bei nugrow ab 1.050 Euro netto pro Tag, Interim-Buchhaltung ab 850 Euro. Marktweit liegt Controlling bei 800 bis 1.200 Euro, Buchhaltung bei 880 bis 1.120 Euro, was 110 bis 140 Euro pro Stunde entspricht.

Wie viel Aufschlag nimmt ein Provider?

Typischerweise 25 bis 35 Prozent auf den Satz der vermittelten Person. Dafür übernimmt der Provider Auswahl, Vertragsabwicklung und in der Regel die Absicherung bei Ausfall.

Wird auf Tages- oder Monatsbasis abgerechnet?

Bei nugrow beginnt CFO-Unterstützung bei 1.800 € netto pro Tag. Das Budget ergibt sich aus Tagessatz und vereinbartem Einsatzumfang. Acht Tage ergeben beispielsweise 14.400 € netto; dies ist eine Rechenhilfe, keine Monatspauschale.

Wie viele Tage pro Woche sind sinnvoll?

Das hängt von der Aufgabe ab. Für Reporting und Planung reichen oft ein bis zwei Tage pro Woche, für Fundraising, Transaktionen oder Krisen sind es zeitweise mehr.

Ist ein Interim CFO teurer als eine Festanstellung?

Pro Tag ja, über einen befristeten Einsatz häufig nicht. Der Vergleich muss die Besetzungsdauer von sechs bis neun Monaten und die Kosten der Vakanz einschließen, sonst fällt er systematisch zugunsten der Festanstellung aus.

Weiterlesen

Quellen

Tagessatz-Spannen nach Funktion: Interim Profis. Marktdurchschnitt, Auslastung und Marktvolumen: DDIM-Marktstudie 2026. Einstiegstagessatz Interim CFO: Robert Walters. Stunden- und Tagessätze Buchhaltung sowie Provider-Aufschlag: Effizienzbuchhalter. Vollkosten der Festanstellung: MRH Beratung. CFO-Gehaltsmedian: StepStone. Alle Marktwerte Stand August 2026; sie beschreiben den Markt, nicht die Konditionen eines einzelnen Anbieters. Die nugrow-Tagessätze stammen aus der nugrow-Preisliste, Stand Oktober 2026.

Sebastian Janus
Sebastian Janus
Interim CFO für Private-Equity- und Venture-Capital-finanzierte Unternehmen, Gründer der nugrow GmbH

Sebastian Janus ist Interim CFO für Private-Equity- und Venture-Capital-finanzierte Unternehmen mit über 15 Jahren Erfahrung in Finanzführung, Fundraising, M&A und Restrukturierung. Er hat 2005 einen der ersten deutschen Online-Schuhshops gegründet, ihn durch zwei Exits geführt und war anschließend CFO im E-Commerce eines börsennotierten Handelskonzerns. Seit 2018 führt er die nugrow GmbH in Bochum.

Über den Autor

Dieser Beitrag stammt von Sebastian Janus, Interim CFO und Finance Operating Partner. Er gründete 2005 einen der ersten deutschen Online-Schuhshops, führte ihn durch zwei Transaktionen und war anschließend CFO im E-Commerce eines börsennotierten Handelskonzerns. Seit 2018 führt er die nugrow GmbH in Bochum und übernimmt Finanzverantwortung auf Zeit – überwiegend bei Private-Equity- und Venture-Capital-finanzierten SaaS- und Tech-Unternehmen.

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