Die kurze Antwort
Es gibt drei Wege, eine Finanzrolle auf Zeit zu besetzen: über einen Interim-Management-Provider, über eine Freelancer-Plattform oder durch direkte Beauftragung einer bekannten Person. Sie unterscheiden sich weniger im Tagessatz als darin, wer die Auswahl trifft, wer Vertragspartner ist und wer das Risiko trägt, wenn es nicht passt.
- Provider: teurer pro Tag, dafür Vorauswahl, fertiges Vertragswerk und Ersatz bei Ausfall. Passt für Leitungsrollen in Vakanz, Transaktion oder Krise.
- Plattform: große Auswahl und meist niedrigere Gebühren, aber Auswahl und Vertragsprüfung liegen beim Unternehmen. Passt für klar abgegrenzte Fachaufgaben.
- Direkt: am günstigsten, wenn die Person bekannt ist. Alles andere – Vertrag, Statusfrage, Ersatz – liegt im eigenen Haus.
Vorweg zur Einordnung: nugrow ist selbst ein Provider. Deshalb steht unten ausdrücklich, wann einer der anderen Wege besser passt.
Der Vergleich auf einen Blick
| Interim-Provider | Freelancer-Plattform | Direkte Beauftragung | |
|---|---|---|---|
| Kosten und Modell | Tagessatz inklusive Aufschlag des Providers; Branchenangaben nennen 25 bis 35 Prozent des Tagessatzes | Tagessatz der Person plus Plattformgebühr (Provision oder Abo, je nach Modell für Auftraggeber, Freelancer oder beide) | Nur der Tagessatz der Person, dazu eigener Aufwand für Suche und Vertrag |
| Zeit bis Start | Erste Profile oft binnen Tagen, Start nach Auswahl und Vertrag | Antworten auf eine Ausschreibung meist schnell; Sichtung und Gespräche kosten eigene Zeit | Sofort, wenn die Person bekannt und frei ist; sonst eine eigene Suche |
| Auswahl und Qualitätssicherung | Vorauswahl durch den Provider, Referenzen aus früheren Einsätzen | Profile, Bewertungen und eigene Gespräche; die Prüfung liegt beim Unternehmen | Eigene Erfahrung mit der Person oder Empfehlung |
| Vertrag und Scheinselbstständigkeit | Vertragswerk des Providers; Statusfrage wird gemeinsam geprüft, die Verantwortung bleibt beim Auftraggeber | Vertrag oft direkt mit der Person; Statusprüfung liegt beim Unternehmen | Eigener Vertrag, eigene Statusprüfung |
| Haftung und Ausfall | Haftung nach Vertrag mit dem Provider; Ersatz bei Ausfall vertraglich regelbar | Haftung nach Vertrag mit der Person; Ersatz nur über eine neue Suche | Haftung nach Vertrag mit der Person; kein Ersatz |
| Wann es passt | Leitungsrolle, Zeitdruck, hohes Ausfallrisiko | Abgegrenzte Fachaufgabe, Zeit für eigene Auswahl | Bekannte Person, klar umrissener Auftrag |
Was die drei Wege kosten
Der durchschnittliche Tagessatz im deutschen Interim Management liegt laut DDIM-Marktstudie 2026 bei 1.317 Euro – über alle Funktionen hinweg. Für eine CFO-Rolle liegt der Satz meist darüber. Bei nugrow beginnt CFO-Unterstützung bei 1.800 € netto pro Tag; alle Rollen stehen auf der Preisseite.
Beim Provider steckt im Tagessatz ein Aufschlag. Branchenangaben nennen 25 bis 35 Prozent des Tagessatzes, einzelne Anbieter bis 40 Prozent. Dafür bezahlt das Unternehmen Vorauswahl, Vertragswerk und Ersatz bei Ausfall. Die wichtigste Frage im Angebot: Ist der genannte Tagessatz der Endpreis?
Bei der Plattform hängt die Gebühr am Modell. Manche Plattformen nehmen eine Provision vom Freelancer, andere eine Servicegebühr vom Auftraggeber, wieder andere ein Abo. Die Gebühren sind meist niedriger als ein Provider-Aufschlag – die Arbeit für Auswahl und Vertrag verschiebt sich aber ins eigene Haus.
Bei direkter Beauftragung fällt nur der Tagessatz an. Teuer wird es, wenn die Suche Wochen dauert oder der Vertrag später angreifbar ist.
Der Punkt, der am häufigsten unterschätzt wird
Wer eine Person direkt oder über eine Plattform beauftragt, ist in der Regel selbst Vertragspartner – und trägt damit die Frage, ob die Tätigkeit sozialversicherungsrechtlich eine Beschäftigung ist. Stellt die Deutsche Rentenversicherung das nachträglich fest, zahlt der Auftraggeber die Beiträge nach, in der Regel bis zu vier Jahre rückwirkend. Klarheit vor dem Start bringt das Statusfeststellungsverfahren nach § 7a SGB IV.
Auch über einen Provider verschwindet das Risiko nicht. Ein geprüftes Vertragswerk senkt es aber deutlich. Die Kriterien stehen im Glossar unter Scheinselbstständigkeit und Dienstvertrag und Werkvertrag, die Abgrenzung zur Zeitarbeit unter Arbeitnehmerüberlassung.
Wann nugrow nicht die beste Wahl ist
- Du kennst die passende Person schon und der Auftrag ist klar abgegrenzt – dann ist direkte Beauftragung meist günstiger.
- Es geht um eine kurze Fachaufgabe, etwa ein Modell oder eine Auswertung über wenige Tage – dann reicht oft eine Plattform.
- Die Rolle soll dauerhaft besetzt werden und es ist Zeit – dann ist eine Personalberatung der richtige Weg. Mehr dazu in Interim CFO oder Personalberatung.
- Die Rolle liegt außerhalb von Finance – nugrow besetzt Finanzrollen; für andere Funktionen ist ein breiter aufgestellter Provider die bessere Adresse.
Wie nugrow arbeitet
nugrow schlägt Profile aus einem Netzwerk von rund 500 Finance-Freelancern vor, in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Die Auswahl trifft das Unternehmen, das Vertragswerk kommt von nugrow. Im Vertrag stehen immer Vertretung bei Ausfall, Austausch im Anfangsfenster und eine kurze beidseitige Kündigungsfrist. Ob ein Dienstvertrag oder Arbeitnehmerüberlassung passt, klären wir vor Vertragsschluss. Mehr auf der Seite Interim CFO.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem Interim-Provider und einer Freelancer-Plattform?
Ein Provider wählt vor, stellt das Vertragswerk und sorgt für Ersatz bei Ausfall. Eine Plattform bringt Unternehmen und Freelancer zusammen; Auswahl, Vertragsprüfung und Ersatz liegen meist beim Unternehmen.
Wie hoch ist der Aufschlag eines Interim-Providers?
Branchenangaben nennen 25 bis 35 Prozent des Tagessatzes, einzelne Anbieter bis 40 Prozent. Wichtig ist, ob der genannte Tagessatz der Endpreis ist und was er enthält.
Wer trägt das Risiko der Scheinselbstständigkeit?
Der Auftraggeber. Stellt die Deutsche Rentenversicherung eine Beschäftigung fest, muss er die Beiträge nachzahlen, in der Regel bis zu vier Jahre rückwirkend. Das gilt bei jedem der drei Wege; ein geprüfter Vertrag senkt das Risiko.
Wann reicht eine Freelancer-Plattform?
Bei klar abgegrenzten Fachaufgaben mit genug Zeit für die eigene Auswahl, etwa einem Finanzmodell oder einer Auswertung. Für eine Leitungsrolle in einer Vakanz ist das Ausfallrisiko meist zu hoch.
Wie schnell kann ein Interim CFO über nugrow starten?
Erste passende Profile liegen in der Regel innerhalb von 24 Stunden vor. Der Einsatz beginnt meist wenige Tage nach Auswahl und Vertrag.
Weiterlesen
- Interim CFO über einen Anbieter oder Freelancer direkt – der Zwei-Wege-Vergleich im Detail.
- Interim CFO finden – Auswahlkriterien und Marktüberblick.
- Vertrag und Scheinselbstständigkeit.
- Was passiert, wenn es nicht passt – Ausfall, Austausch, Kündigung.
- Preise und Kontakt.
Quellen und Stand
Tagessatz, Zahl der Interim Manager und Marktvolumen: DDIM – Dachgesellschaft Deutsches Interim Management, Marktstudie 2026 (März 2026). Provider-Aufschlag von 25 bis 35 Prozent: DDIM-Angabe, zitiert nach Profiling Institut, Berufsbild Interim Manager; höhere Werte bis 40 Prozent nennen einzelne Anbieter selbst. Gebührenmodelle von Freelancer-Plattformen: Papierkram, „Freelancer-Plattformen: Vergleich, Chancen und rechtliche Fallstricke“. Statusfeststellung: § 7a SGB IV; Verjährung der Beiträge: § 25 SGB IV. Angaben zu nugrow: eigene Praxis. Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.





