Kurz gefasst
Stuttgarter Mandate haben häufiger mit Umbruch zu tun: Automobilzulieferer, die ihr Geschäft auf neue Antriebe umstellen, Maschinenbauer mit schwankendem Auftragseingang, Familienunternehmen vor der Nachfolge. Der wichtigste Adressat der Zahlen ist oft nicht ein Board, sondern die Hausbank – und die will vor allem sehen, dass die Planung hält.
Zum Netzwerk von nugrow gehören rund 500 Freelancer im deutschsprachigen Raum. Für Stuttgarter Mandate heißt das: Die Besetzung kommt in der Regel aus der Region. Präsenz ist kein Engpass und kein Kostenfaktor, der die Entscheidung bestimmt.
Was in Stuttgart anders ist
Zulieferer im Umbau. Im Kern des Automobilclusters in Baden-Württemberg, bei Herstellern und Zulieferern, arbeiten rund 315.000 Menschen. Die Strukturstudie BW 2023 rechnet bis 2030 mit einem Abbau von 8 bis 14 Prozent, am stärksten bei Komponentenfertigung und Entwicklung. Für die Finanzleitung heißt das: wenige große Kunden, jährliche Preisnachlässe, Vorleistungen für Werkzeuge und Entwicklung, die erst mit dem Serienanlauf zurückfließen – und Abrufmengen, die sich kurzfristig ändern.
Die Hausbank ist der wichtigste Leser. Viele Unternehmen der Region sind bankfinanziert und inhabergeführt. Wird es eng, verlangt die Bank eine belastbare Liquiditätsplanung und eine Planung, die mehr als ein Quartal hält. Wie man Frühwarnsignale erkennt, steht in Liquiditätsengpass: Frühwarnsignale erkennen.
Maschinenbau rechnet in Projekten. Auftragsfertigung mit Anzahlungen, langen Durchlaufzeiten und Abnahmen am Ende verschiebt Umsatz und Liquidität gegeneinander. Der Auftragseingang ist hier die Kennzahl, die zuerst warnt – lange bevor die Gewinn- und Verlustrechnung es tut.
Die Region erwartet weniger Beschäftigung. Der Strukturbericht Region Stuttgart 2025 erwartet bis 2035 einen Rückgang der Beschäftigung um 2,7 Prozent, getragen vor allem von Maschinen- und Fahrzeugbau. Restrukturierung ist hier deshalb oft kein Ausnahmefall, sondern ein Planungsszenario.
Nachfolge und Verkauf. Laut KfW streben bis Ende 2029 jährlich rund 109.000 mittelständische Unternehmen eine Nachfolge an, rund 114.000 planen jedes Jahr die Stilllegung. Wo ein Finanzinvestor übernimmt, braucht es oft zum ersten Mal ein Reporting, das ohne den Inhaber funktioniert – und einen Datenraum, der der Due Diligence standhält.
Präsenz vor Ort
Die Besetzung kommt in der Regel aus Stuttgart oder dem Umland. Zwei bis drei Präsenztage pro Woche sind damit möglich, ohne dass Anreise den Takt bestimmt. nugrow selbst sitzt in Bochum und arbeitet im gesamten deutschsprachigen Raum, vor Ort und remote.
Wie viel Präsenz sinnvoll ist, hängt am Anlass. In einer Restrukturierung, rund um Bankgespräche und in den ersten Wochen eines Mandats zählt Anwesenheit, oft mehr als in anderen Mandaten. Läuft das Reporting, reichen feste Termine und Präsenz zu den Anlässen. Das wird vor dem Start festgelegt, nicht unterwegs.
Typische Anlässe
- Restrukturierung – Liquidität sichern, Maßnahmen rechnen, Bank und Gesellschafter informieren. Siehe Restrukturierung und Finance in der Restrukturierung.
- Bankgespräch vorbereiten – Planung, Liquiditätsvorschau und Maßnahmen so aufbereiten, dass die Bank sie prüfen kann. Siehe Bankgespräch vorbereiten.
- Verkauf an einen Finanzinvestor – Reporting, bereinigte Ergebnisse und Datenraum vorbereiten, bevor der Prozess beginnt.
- Bereich ausgliedern – ein Geschäftsfeld wird verkauft oder verselbstständigt; siehe Carve-out: Finance ab Tag 1.
- CFO-Vakanz – Abschluss und Bankkommunikation am Laufen halten, bis die Festbesetzung steht. Siehe CFO-Übergabe und Vakanz.
Was das kostet
Die Tagessätze richten sich nach Rolle und Anlass, nicht nach Stadt. Ein Interim CFO liegt ab 1.800 € netto pro Tag, die übrigen Rollen stehen auf der Preisseite. Nebenkosten stehen im Angebot. In einer Restrukturierung ist der Einsatz anfangs oft höher als ein bis zwei Tage pro Woche und sinkt, sobald Planung und Bankreporting laufen.
Häufige Fragen
Arbeitet nugrow in Stuttgart vor Ort?
Ja. Aus einem Netzwerk von rund 500 Freelancern im deutschsprachigen Raum besetzen wir in der Regel mit jemandem, der in der Region Stuttgart ansässig ist; zwei bis drei Präsenztage pro Woche sind möglich. Ein eigenes Büro in Stuttgart hat nugrow nicht, der Sitz ist Bochum.
Was erwartet die Hausbank in einer Krise vom Finanzbereich?
Eine rollierende Liquiditätsplanung über 13 Wochen, eine Ergebnisplanung mit nachvollziehbaren Annahmen, klare Maßnahmen mit Wirkung in Euro und verlässliche Termine. Vertrauen entsteht weniger durch gute Zahlen als durch Zahlen, die eintreffen wie angekündigt.
Wie bereitet sich ein Familienunternehmen auf den Verkauf an einen Finanzinvestor vor?
Mit einem Monatsreporting, das ohne den Inhaber funktioniert, bereinigten Ergebnissen der letzten drei Jahre, einer Planung, die ein Käufer nachrechnen kann, und einem Datenraum, der die Standardfragen der Due Diligence vorwegnimmt. Ein Jahr Vorlauf ist realistisch.
Was kostet ein Interim CFO in Stuttgart?
Die Tagessätze richten sich nach Rolle, nicht nach Stadt: Interim CFO ab 1.800 € netto pro Tag, Head of Finance 1.300 €, FP&A 1.150 €, Controlling 1.050 €, Buchhaltung 850 €. Nebenkosten stehen im Angebot.
Wie schnell kann ein Mandat starten?
Erste passende Profile innerhalb von 24 Stunden, Start wenige Tage nach Entscheidung. Der Ablauf steht in Mandat ausschreiben und Angebote vergleichen.
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Quellen und Stand
Der Beitrag beruht auf der Mandatspraxis von nugrow. Automobilcluster: e-mobil BW, Strukturstudie BW 2023. Region: Verband Region Stuttgart, IHK, Handwerkskammer und IG Metall, Strukturbericht Region Stuttgart 2025. Nachfolge: KfW-Nachfolge-Monitoring Mittelstand, 09.01.2026. Stand: Oktober 2026.





