Die kurze Antwort
Berliner Mandate sind fast immer investorenfinanziert. Damit verschiebt sich die Arbeit: Nicht die Hausbank ist der wichtigste Adressat der Zahlen, sondern ein Board, das monatlich Reporting erwartet, oft auf Englisch und nach eigenen Definitionen. Der HGB-Abschluss ist Pflicht, aber nicht das Steuerungsinstrument.
nugrow arbeitet mit festen freiberuflichen Partnern in den großen deutschen Städten. Für Berliner Mandate heißt das: Die Besetzung wohnt vor Ort, regelmäßige Präsenz ist der Normalfall.
Was in Berlin anders ist
Zwei Rechenwerke nebeneinander. HGB für Abschluss und Finanzamt, eine Investorensicht für die Steuerung: ARR, Net Revenue Retention, CAC Payback, Burn Multiple, Runway. Beide müssen aus derselben Datenbasis kommen und aufeinander überleitbar sein. Wo das nicht sauber getrennt ist, entstehen die Diskussionen, die in Board-Sitzungen Zeit kosten.
Runway ist die Leitkennzahl. Nicht der Monatsgewinn, sondern die Zahl der Monate bis zum Kassenende – und die Frage, welche Ergebnisse bis dahin vorliegen müssen, damit die nächste Runde zustande kommt. Eine 13-Wochen-Liquiditätsplanung ist hier kein Krisenwerkzeug, sondern Routine.
Cap Table und Finanzierungsinstrumente. Wandeldarlehen, SAFEs, Liquidationspräferenzen, Optionspools und deren Verwässerungswirkung gehören zum Handwerk. Wer den Cap Table nicht lesen kann, kann eine Runde nicht rechnen – und wer ihn nur in einer Excel-Datei des letzten Gesellschafterbeschlusses hat, hat ein Problem, das erst in der Due Diligence sichtbar wird.
Englisch als Arbeitssprache. Viele Berliner Teams arbeiten intern auf Englisch, mit internationalen Investoren im Board. Das Reporting muss zweisprachig funktionieren, ohne dass die Definitionen auseinanderlaufen – einer der häufigsten stillen Fehler.
Öffentliche Kapitalgeber. IBB Ventures und Programme des Landes Berlin sind bei frühen Runden regelmäßig mit an Bord. Sie bringen eigene Berichts- und Nachweispflichten mit, die neben dem Investorenreporting bedient werden müssen.
Präsenz vor Ort
Die Besetzung kommt aus Berlin. Zwei bis drei Präsenztage pro Woche sind damit möglich, ohne dass Anreise den Takt bestimmt – und ohne die Reisekosten, die bei einer Besetzung von außerhalb über ein halbes Jahr spürbar zu Buche schlagen.
Wie viel Präsenz sinnvoll ist, hängt am Anlass. Beim Aufbau eines Finanzbereichs, in den ersten Wochen eines Mandats und rund um Board-Sitzungen, Verhandlungen und Abschlusswochen zählt Anwesenheit. Läuft das Reporting, reichen feste Termine und Präsenz zu den Anlässen. Das wird vor dem Start festgelegt, nicht unterwegs.
Typische Anlässe
- Vorbereitung einer Finanzierungsrunde – Modell, Datenraum, KPI-Definitionen, Antworten auf die Fragen, die Investoren tatsächlich stellen.
- CFO-Vakanz zwischen zwei Runden – Reporting am Laufen halten, während die Festbesetzung läuft. Siehe CFO-Übergabe und Vakanz.
- Vom Buchhaltungsdienstleister zum eigenen Finanzbereich – der Punkt, an dem monatliche Zahlen nicht mehr sechs Wochen später kommen dürfen.
- Runway verlängern – Kostenstruktur, Zahlungsziele, Priorisierung, bevor die Runde unter Zeitdruck gerät.
- Erste Due Diligence – aufräumen, was seit der Gründung liegen geblieben ist, bevor ein Käufer es findet.
Was das kostet
Die Tagessätze richten sich nach Rolle und Anlass, nicht nach Stadt; die Bandbreiten stehen auf der Preisseite. Nebenkosten stehen im Angebot. In vielen Mandaten liegt der Einsatz bei ein bis zwei Tagen pro Woche – für ein Unternehmen mit 20 bis 80 Mitarbeitenden ist das die Größenordnung, in der Finanzführung ohne Vollzeitstelle funktioniert.
Häufige Fragen
Arbeitet nugrow in Berlin vor Ort?
Ja. Wir arbeiten mit freiberuflichen Partnern, die in Berlin ansässig sind; zwei bis drei Präsenztage pro Woche sind möglich. Wie viel Präsenz sinnvoll ist, richtet sich nach dem Anlass und wird vor dem Start festgelegt.
Kann das Reporting auf Englisch laufen?
Ja. Board-Reporting, Modell und Datenraum werden zweisprachig geführt, mit identischen Kennzahlendefinitionen auf beiden Seiten.
Was braucht ein Startup vor einer Finanzierungsrunde vom Finanzbereich?
Ein belastbares Modell mit nachvollziehbaren Annahmen, saubere historische Zahlen, definierte Kennzahlen, einen aktuellen Cap Table und einen Datenraum, der die Standardfragen vorwegnimmt. Fehlt eines davon, verlängert sich die Runde – meist um Wochen.
Reicht ein Fractional CFO statt einer Vollzeitstelle?
Bis etwa Series A in der Regel ja. Ein bis zwei Tage pro Woche decken Reporting, Planung und Investorenkommunikation ab. Ab einer bestimmten Teamgröße und Transaktionsdichte kippt die Rechnung zugunsten einer Festbesetzung – und dann geht es um eine geordnete Übergabe.
Wie schnell kann ein Mandat starten?
Erste Profile innerhalb von 24 Stunden, Start wenige Tage nach Entscheidung. Der Ablauf steht in Mandat ausschreiben und Angebote vergleichen.
Weiterlesen
Quellen und Stand
Der Beitrag beruht auf der Mandatspraxis von nugrow mit wagniskapitalfinanzierten Unternehmen. Stand: September 2026.

