Die kurze Antwort
Münchner Mandate haben häufiger einen Konzern- oder Beteiligungshintergrund als Mandate anderswo: ein Bereich, der aus einem größeren Haus herausgelöst wird; ein Deep-Tech-Unternehmen zwischen Fördermitteln und erster großer Runde; eine Beteiligung, deren Investor ein eigenes Reportingformat mitbringt. Der gemeinsame Nenner: Es gibt einen Adressaten mit definierten Erwartungen – und die Zahlen müssen dessen Format treffen, nicht das eigene.
nugrow arbeitet mit festen freiberuflichen Partnern in den großen deutschen Städten. Für Münchner Mandate heißt das: Die Besetzung wohnt vor Ort, regelmäßige Präsenz ist der Normalfall.
Was in München anders ist
Carve-outs und Konzernabnabelung. Wird ein Bereich verselbstständigt, fehlt am ersten Tag fast alles, was vorher der Konzern gestellt hat: Buchhaltung, Reporting, Treasury, Versicherungen, Verträge. Der Finanzbereich muss stehen, bevor die Zahlen es tun – und zugleich muss während der Übergangsphase nach zwei Logiken berichtet werden, der alten und der neuen.
IFRS im Hintergrund. Wo eine Konzernmutter oder ein internationaler Investor im Spiel ist, muss der HGB-Abschluss auf eine Konzernlogik überleitbar sein. Umsatzrealisierung, Leasing und Entwicklungskosten sind die Stellen, an denen es regelmäßig klemmt – mehr dazu in HGB auf IFRS umstellen.
Hohe Dichte an Beteiligungsgesellschaften. München ist nach Berlin der zweite große Standort für Wagniskapital und zugleich ein Zentrum des Mittelstands-Beteiligungsgeschäfts. Beteiligungen berichten in vorgegebenen Rastern, oft monatlich, mit Covenant-Bezug und Quartalsterminen, die nicht verhandelbar sind. Wie das mit begrenzter Kapazität funktioniert, steht in Mehrere Beteiligungen gleichzeitig besetzen.
Deep Tech und lange Entwicklungszyklen. Hardware, Halbleiter, Medizintechnik, Raumfahrt: Unternehmen mit hohen Vorlaufkosten, Fördermitteln und Meilensteinzahlungen. Das verlangt eine Liquiditätsplanung, die mit unsicheren Auszahlungszeitpunkten umgehen kann – und eine saubere Trennung von förderfähigen und nicht förderfähigen Kosten, weil die Nachweispflichten sonst teuer werden.
Gehaltsniveau. Eine CFO-Festbesetzung ist in München deutlich teurer als im Bundesdurchschnitt, und der Markt ist eng. Genau das verschiebt die Rechnung: Für ein Unternehmen, das Finanzführung braucht, aber keine Vollzeitstelle auslastet, ist eine Teilzeitlösung hier eher die ökonomisch richtige Antwort als anderswo – siehe Verstärken statt ersetzen.
Präsenz vor Ort
Die Besetzung kommt aus München. Zwei bis drei Präsenztage pro Woche sind damit möglich, ohne dass Anreise den Takt bestimmt – und ohne die Reisekosten, die bei einer Besetzung von außerhalb über ein halbes Jahr spürbar zu Buche schlagen.
Wie viel Präsenz sinnvoll ist, hängt am Anlass. In einem Carve-out und in den ersten Wochen eines Mandats zählt Anwesenheit, ebenso rund um Beiratssitzungen, Quartalsabschlüsse und Due Diligence. Läuft das Reporting, reichen feste Termine und Präsenz zu den Anlässen. Das wird vor dem Start festgelegt, nicht unterwegs.
Typische Anlässe
- Carve-out und Aufbau eines eigenen Finanzbereichs – von der Übergangsvereinbarung bis zum ersten eigenen Abschluss.
- Beteiligung nach dem Einstieg eines Investors – Reporting auf das geforderte Raster bringen, Covenants überwachen, Datenqualität sichern.
- Überleitung auf Konzernvorgaben – HGB bleibt, die Konzernsicht kommt dazu.
- Deep-Tech-Finanzierung – Fördermittel, Meilensteine und Runde in einer Planung zusammenführen.
- CFO-Vakanz im engen Markt – überbrücken, bis die Festbesetzung steht; siehe CFO-Übergabe und Vakanz.
Was das kostet
Die Tagessätze richten sich nach Rolle und Anlass, nicht nach Stadt; die Bandbreiten stehen auf der Preisseite. Nebenkosten stehen im Angebot. Der Vergleichsmaßstab ist nicht der Tagessatz, sondern die Gesamtkosten über die Laufzeit – gerechnet gegen ein Gehaltsniveau, das in München über dem liegt, was dieselbe Rolle andernorts kostet.
Häufige Fragen
Arbeitet nugrow in München vor Ort?
Ja. Wir arbeiten mit freiberuflichen Partnern, die in München ansässig sind; zwei bis drei Präsenztage pro Woche sind möglich. Wie viel Präsenz sinnvoll ist, richtet sich nach dem Anlass und wird vor dem Start festgelegt.
Habt ihr Erfahrung mit Carve-outs?
Ja. Der kritische Teil ist selten die Buchhaltung, sondern die Übergangsphase: Welche Leistungen stellt der bisherige Konzern noch, wie lange, zu welchem Preis – und was muss bis zum Ende dieser Frist eigenständig stehen.
Wird nach IFRS berichtet?
Der handelsrechtliche Abschluss bleibt Pflicht. Wo eine Konzernmutter oder ein internationaler Investor beteiligt ist, kommt eine Überleitung dazu; die typischen Stellen sind Umsatzrealisierung, Leasing und Entwicklungskosten.
Passt das Modell für eine PE-Beteiligung?
Ja, und es ist einer der häufigsten Anlässe. Entscheidend ist, dass Reportingraster, Termine und Covenant-Definitionen des Investors von Anfang an bekannt sind – nachträgliche Umstellungen kosten mehr als die ursprüngliche Einrichtung.
Lohnt sich Teilzeit-Finanzführung in München eher als anderswo?
Bei gleicher Aufgabe ja, weil das Gehaltsniveau für eine Festbesetzung höher liegt und der Markt enger ist. Die Rechnung kippt trotzdem irgendwann – spätestens, wenn die Rolle dauerhaft mehr als drei Tage pro Woche bindet.
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Quellen und Stand
Der Beitrag beruht auf der Mandatspraxis von nugrow mit Konzern- und Beteiligungsumfeldern. Stand: September 2026.

