Die kurze Antwort
Beide besetzen eine unbesetzte Finanzleitung, aber sie lösen unterschiedliche Probleme. Die Personalberatung sucht eine dauerhafte Besetzung und wird für die Suche bezahlt – sie liefert einen Kandidaten und geht. Das Interim Management stellt eine befristete Besetzung und wird für Anwesenheit und Ergebnis bezahlt – die Person arbeitet, statt vorgestellt zu werden. Wie eine solche Suche für die Geschäftsführung abläuft, beschreibt der Beitrag Headhunter für Geschäftsführung.
Der Denkfehler liegt selten in der Auswahl, sondern im Zeitpunkt: Eine Personalberatung braucht erfahrungsgemäß drei bis sechs Monate bis zur Besetzung, plus Kündigungsfrist des Kandidaten. Wer die Finanzleitung jetzt braucht, hat mit ihr nichts gelöst.
Der Vergleich auf einen Blick
| Personalberatung | Interim CFO über nugrow | |
|---|---|---|
| Kosten und Modell | Honorar als Anteil am Jahreszielgehalt, im Schnitt 27 Prozent; meist in Raten, einmalig. Danach die laufenden Personalkosten | Tagessatz nach Einsatztagen, CFO ab 1.800 € netto; endet mit dem Mandat |
| Zeit bis Start | Erfahrungsgemäß drei bis sechs Monate bis zur Zusage, plus Kündigungsfrist | Erste Profile in der Regel binnen 24 Stunden, Start wenige Tage nach Auswahl |
| Auswahl und Qualitätssicherung | Suche am Markt, Interviews, Referenzen; Entscheidung beim Unternehmen | Vorauswahl aus einem Netzwerk mit bekannten Einsätzen; Entscheidung beim Unternehmen |
| Vertrag und Scheinselbstständigkeit | Arbeitsvertrag mit dem Unternehmen; keine Statusfrage | Dienstvertrag oder Arbeitnehmerüberlassung, vor Vertragsschluss geklärt; die Statusfrage gehört geprüft |
| Haftung und Risiko | Arbeitsrechtliche Haftung der angestellten Person; Fehlbesetzung trägt das Unternehmen, Nachbesetzungszusagen sind Vertragssache | Haftung nach Vertrag; Vertretung bei Ausfall und Austausch im Anfangsfenster sind fester Vertragsteil |
| Wann es passt | Dauerhafte Rolle, Zeit für die Suche | Vakanz ab sofort, Überbrückung, befristeter Sonderauftrag |
Zwei Kostenlogiken, die sich nicht vergleichen lassen
Personalberatung rechnet als Anteil am Jahreszielgehalt ab. Laut Branchenstudie des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU) lag das Honorar zuletzt im Schnitt bei 27 Prozent des Zieleinkommens; marktüblich sind 25 bis 33 Prozent, häufig in drei Raten über den Suchprozess. Bei einem CFO-Gehalt von 160.000 Euro sind das 40.000 bis 53.000 Euro – einmalig, unabhängig davon, was die Person danach leistet. Dazu die laufenden Personalkosten ab Eintritt.
Interim Management rechnet pro Tag ab. Der Durchschnitt über alle Funktionen liegt laut DDIM-Marktstudie 2026 bei 1.317 Euro; für Finanzleitung liegt der Satz meist darüber. Bei 1.400 bis 2.500 Euro und zwei bis drei Tagen pro Woche liegt der Monatsaufwand zwischen etwa 12.000 und 32.000 Euro – und er endet, wenn das Mandat endet. Die Bandbreiten nach Rolle stehen auf der Preisseite.
Der Vergleich ‚teuer gegen günstig‘ führt in die Irre. Sinnvoll ist die Frage: Was kostet es, die Stelle weitere vier Monate unbesetzt zu lassen? Ein verspäteter Abschluss, eine gerissene Covenant-Frist oder eine Finanzierungsrunde ohne belastbare Zahlen kostet in der Regel mehr als beide Wege zusammen.
Die Frage, die im Angebot fast nie steht
Bei einer Vermittlung über einen Provider entsteht die Marge zwischen dem, was der Interim Manager bekommt, und dem, was das Unternehmen zahlt. Anbieter, die das offenlegen, nennen 25 bis 40 Prozent Aufschlag.
Das ist nicht unanständig – Auswahl, Vertrag, Haftung und Vertretung kosten etwas. Unanständig ist nur, es zu verschweigen. Deshalb gehört in jedes Angebot die Frage: Ist der genannte Tagessatz der Endpreis, und was ist darin enthalten? Reisekosten, Vermittlungsentgelt, Vertretung bei Ausfall, Übergabeaufwand.
Wann welcher Weg trägt
| Ausgangslage | Passender Weg |
|---|---|
| Die Rolle bleibt dauerhaft und die Zeit ist da | Personalberatung |
| Die Finanzleitung fehlt ab sofort | Interim Management |
| Die Nachfolge ist gefunden, tritt aber erst in vier Monaten an | Interim Management zur Überbrückung |
| Befristeter Sonderauftrag – Exit, Carve-out, Systemwechsel | Interim Management |
| Unklar, welches Profil die Rolle wirklich braucht | Erst Interim, dann suchen – das Anforderungsprofil wird währenddessen konkret |
Die letzte Zeile ist die übersehene: Viele Unternehmen schreiben eine CFO-Stelle aus, bevor sie wissen, was die Rolle tatsächlich leisten muss. Ein Interim-Mandat klärt das nebenbei – und die Ausschreibung wird danach besser.
Wann nugrow nicht die beste Wahl ist
- Die Rolle soll dauerhaft besetzt werden und es ist Zeit: Dann ist eine Personalberatung der direktere Weg. Ein Interim-Mandat davor lohnt nur, wenn die Lücke sonst Geld kostet.
- Gesucht ist vor allem Kulturpassung für Jahre: Die Bindung an das Unternehmen entsteht in einer Festanstellung, nicht in einem befristeten Mandat.
- Das Budget ist knapp und die Lage ruhig: Ein Tagessatz über Monate kann teurer sein als ein einmaliges Honorar. Rechne es mit dem Kostenvergleich auf der Preisseite durch.
- Die Rolle liegt außerhalb von Finance: nugrow besetzt Finanzrollen; für andere Funktionen ist eine breiter aufgestellte Beratung die bessere Adresse.
Beides zusammen ist der Regelfall
In der Praxis schließen sich die Wege nicht aus. Der häufigste Ablauf: Interim CFO ab sofort, Personalberatung parallel für die dauerhafte Besetzung, Übergabe an die Nachfolge am Ende des Mandats. Genau so war der Fall im B2B-Handel geschnitten: fünf Monate Interim mit definiertem Ende, weil der feste CFO bereits feststand. Die Abgrenzung zur Beratung beschreibt der Beitrag Interim CFO oder Unternehmensberatung, die Abgrenzung zu Plattformen und direkter Beauftragung der Beitrag Interim-Provider, Freelancer-Plattform oder direkt.
Wichtig ist nur, dass die Übergabe von Anfang an Teil des Auftrags ist. Wie das geprüft wird, steht in CFO-Übergabe und Vakanz. Wer direkt sprechen will: Kontakt oder die Seite Interim CFO.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Personalberatung und Interim Management?
Die Personalberatung sucht eine dauerhafte Besetzung und wird für die Suche bezahlt. Das Interim Management stellt eine befristete Besetzung und wird für Anwesenheit und Ergebnis bezahlt. Eine Personalberatung braucht erfahrungsgemäß drei bis sechs Monate bis zur Besetzung, ein Interim-Mandat startet wenige Tage nach Auswahl.
Was kostet eine Personalberatung für eine CFO-Stelle?
Im Schnitt 27 Prozent des Jahreszielgehalts laut BDU, marktüblich 25 bis 33 Prozent, häufig in drei Raten. Bei 160.000 Euro Zielgehalt sind das rund 40.000 bis 53.000 Euro einmalig, dazu die laufenden Personalkosten ab Eintritt.
Wie hoch ist der Vermittlungsaufschlag bei einem Interim-Provider?
Anbieter, die ihn offenlegen, nennen 25 bis 40 Prozent zwischen dem Satz des Interim Managers und dem Preis für das Unternehmen. Entscheidend ist die Frage, ob der genannte Tagessatz der Endpreis ist und was darin enthalten ist.
Ist ein Interim CFO teurer als eine Festanstellung?
Pro Tag ja, pro Aufgabe oft nicht. Ein Mandat läuft drei bis zwölf Monate ohne Rekrutierungskosten, ohne Einarbeitungsverlust und ohne Fixkosten danach. Die Rechnung hängt an Dauer und Auslastung, nicht am Tagessatz.
Kann man Personalberatung und Interim Management kombinieren?
Das ist der Regelfall: Interim CFO ab sofort, Personalberatung parallel für die dauerhafte Besetzung, Übergabe an die Nachfolge am Ende des Mandats. Wichtig ist, dass die Übergabe von Anfang an Teil des Auftrags ist.
Ist Arbeitnehmerüberlassung eine Alternative?
Arbeitnehmerüberlassung ist ein eigener rechtlicher Rahmen mit Erlaubnispflicht und einer 18-Monats-Grenze. Für eine Leitungsfunktion auf Zeit ist sie in der Regel nicht das passende Konstrukt – mehr im Glossar unter Arbeitnehmerüberlassung und in Vertrag und Scheinselbständigkeit.
Weiterlesen
- Interim CFO, CFO as a Service oder Festanstellung – der Vergleich der drei Modelle.
- Interim-Provider, Freelancer-Plattform oder direkte Beauftragung.
- Interim CFO finden – Auswahl und Kriterien.
- Interim CFO im Glossar.
- Preise – Tagessätze, Einsatzumfang, Rechenbeispiel.
- Referenzen – zwölf Mandate mit Auftrag, Umfang und Ergebnis.
Quellen und Stand
Honorar der Personalberatung: BDU, Studie Personalberatung in Deutschland 2023 (Durchschnitt 27 Prozent des Zieleinkommens, Daten 2022); die Spanne von 25 bis 33 Prozent gibt marktübliche, von Anbietern veröffentlichte Größenordnungen wieder. Durchschnittlicher Tagessatz im Interim Management: DDIM, Marktstudie 2026. Der genannte Vermittlungsaufschlag gibt von Anbietern selbst veröffentlichte Größenordnungen wieder. Suchdauer: Erfahrungswerte, keine repräsentative Erhebung. Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag ist eine Übersicht und ersetzt keine Rechtsberatung.





