Interim CFO

Ein Interim CFO ist eine erfahrene Finanzführungskraft, die die Leitung der Finanzfunktion eines Unternehmens zeitlich befristet übernimmt – meist für drei bis zwölf Monate. Eingesetzt wird die Rolle bei Vakanzen, in Wachstums- und Krisenphasen sowie bei Transaktionen, wenn Führung sofort verfügbar sein muss.

Was ein Interim CFO macht

Ein Interim CFO übernimmt die Verantwortung für die Finanzfunktion eines Unternehmens auf Zeit. Dazu gehören die kaufmännische Leitung, Liquiditätssteuerung, Reporting an Gesellschafter und Investoren, Budget- und Forecast-Prozesse sowie die Führung des Finanzteams. Anders als eine Beratung erstellt ein Interim CFO nicht nur Empfehlungen, sondern trägt die Ergebnisverantwortung für den Bereich, den er leitet.

Wann ein Interim CFO eingesetzt wird

Die häufigsten Auslöser sind eine unbesetzte CFO- oder Head-of-Finance-Stelle, eine bevorstehende Finanzierungsrunde oder Transaktion, eine Restrukturierung, die Einführung neuer Finanzsysteme oder ein Wachstumssprung, bei dem die bestehenden Strukturen nicht mehr tragen. In allen Fällen gilt: Der Bedarf ist absehbar begrenzt, aber die Anforderung ist Führung und nicht Zuarbeit.

Abgrenzung zu ähnlichen Rollen

Ein Interim CFO arbeitet befristet und in der Regel in hohem Zeitanteil, oft drei bis fünf Tage pro Woche. Ein Fractional CFO arbeitet dauerhaft, aber anteilig – etwa einen Tag pro Woche über Jahre. CFO as a Service beschreibt das Leistungsmodell dahinter, nicht die Person. Ein Berater analysiert und empfiehlt; ein Interim CFO entscheidet und setzt um.

Vertragliche Einordnung

Interim CFOs werden fast immer über einen Dienst- oder Werkvertrag beauftragt, nicht über einen Arbeitsvertrag. Weil die Rolle in die Organisation eingebunden ist, sind die Abgrenzung zur Arbeitnehmerüberlassung und das Thema Scheinselbstständigkeit ernst zu nehmen – beides lässt sich vertraglich sauber lösen, muss aber vor Projektstart geklärt sein.

Was ein Interim CFO kostet

Die Vergütung erfolgt in der Regel über einen Tagessatz und hängt von Unternehmensgröße, Verantwortungsumfang, Branche und Einsatzdauer ab. Längere Mandate und geringere Wochenauslastung senken den effektiven Satz. Eine ausführliche Einordnung mit aktuellen Bandbreiten findest du in unserem Beitrag zu den Kosten von Interim Management.

Wie ein Mandat abläuft

Am Anfang steht ein Briefing: Welche Rolle wird gebraucht, mit welchem Mandat, für welchen Zeitraum, mit welcher Wochenauslastung. Darauf folgt die Auswahl geeigneter Profile, die Vorstellung beim Unternehmen und der Vertragsabschluss. Der Einsatz beginnt in der Regel mit einer kurzen Bestandsaufnahme – Zahlenqualität, offene Themen, Team, Systeme – und mündet in eine Priorisierung für die ersten Wochen.

Die ersten 90 Tage

Bewährt hat sich eine grobe Dreiteilung: In den ersten Wochen geht es um Bestandsaufnahme, Stabilisierung des Monatsabschlusses und den Aufbau von Vertrauen im Team. Anschließend werden die inhaltlichen Prioritäten abgearbeitet, für die das Mandat vergeben wurde. Der letzte Abschnitt gehört der Dokumentation und der Übergabe – an eine Nachfolge oder zurück an die Geschäftsführung.

Woran sich der Erfolg messen lässt

Sinnvolle Kriterien sind konkret und vor Beginn vereinbart: Der Monatsabschluss liegt bis zu einem festen Werktag vor. Die Liquiditätsplanung ist rollierend und aktuell. Das Investoren-Reporting steht in vereinbarter Form. Die Nachfolge ist eingearbeitet. Weiche Ziele wie „Professionalisierung" taugen nicht zur Bewertung eines befristeten Einsatzes.

Was ein Interim CFO nicht leisten kann

Ein befristetes Mandat ersetzt keine Organisationsentwicklung über Jahre und keine gewachsene Kundenbeziehung. Auch kulturelle Veränderungen brauchen länger, als ein Interim-Einsatz dauert. Realistisch ist, was in wenigen Monaten sichtbar wird: belastbare Zahlen, funktionierende Prozesse, eine handlungsfähige Abteilung und eine saubere Übergabe.

Synonyme:
Interim-Finanzchef, CFO auf Zeit, temporärer CFO
Englischer Begriff:
Interim CFO