Fractional CFO
Ein Fractional CFO ist eine Finanzführungskraft, die dauerhaft, aber nur mit einem Teil ihrer Arbeitszeit für ein Unternehmen tätig ist – typischerweise ein bis zwei Tage pro Woche über mehrere Jahre. Das Modell richtet sich an Unternehmen, die Finanzführung brauchen, aber keine Vollzeitstelle auslasten.
Das Prinzip
Fractional bedeutet anteilig. Ein Fractional CFO ist nicht kürzer im Unternehmen, sondern weniger oft – dafür über einen langen Zeitraum. Er kennt das Geschäft, sitzt in den relevanten Terminen und trägt die Finanzverantwortung mit, ohne dass das Unternehmen eine Vollzeitposition finanzieren muss.
Für wen sich das eignet
Typisch sind Startups nach der ersten Finanzierungsrunde, Scale-ups mit 20 bis 150 Mitarbeitenden und mittelständische Unternehmen, in denen die Geschäftsführung die Finanzthemen bislang mitgetragen hat. Sobald Investoren-Reporting, Liquiditätsplanung und Controlling gleichzeitig anfallen, reicht die Buchhaltung nicht mehr aus – eine eigene CFO-Stelle ist aber noch nicht ausgelastet.
Unterschied zum Interim CFO
Der Unterschied ist nicht die Erfahrung, sondern die Zeitachse. Ein Interim CFO überbrückt eine konkrete Situation und geht wieder, meist nach drei bis zwölf Monaten und mit hoher Wochenauslastung. Ein Fractional CFO bleibt, mit niedriger Auslastung, oft über Jahre. Wer eine Vakanz füllen muss, braucht das erste Modell. Wer Finanzführung aufbauen will, das zweite.
Der Begriff im deutschen Markt
Fractional CFO ist ein Begriff aus dem angelsächsischen Raum und setzt sich im deutschsprachigen Markt erst durch. Gemeint ist oft dasselbe, was hier als externer CFO, Teilzeit-CFO oder CFO as a Service angeboten wird. Wer nach einem Fractional CFO sucht, sollte auch unter diesen Bezeichnungen suchen.
Worauf bei der Auswahl zu achten ist
Entscheidend sind Erfahrung in der eigenen Unternehmensphase, Verfügbarkeit zu festen Zeiten und eine klare Regelung, was im vereinbarten Umfang enthalten ist und was nicht. Ein Fractional CFO, der nur reaktiv erreichbar ist, liefert nicht die Steuerung, für die das Modell gedacht ist.
Wie die Zusammenarbeit organisiert wird
Damit anteilige Führung funktioniert, braucht sie Rhythmus. Übliche Bausteine sind ein fester Wochentag im Unternehmen oder in Terminen, ein monatlicher Reportingzyklus mit festem Fertigstellungstag, die Teilnahme an Gesellschafter- oder Beiratsterminen und eine definierte Erreichbarkeit dazwischen. Ohne feste Taktung wird aus anteiliger Führung punktuelle Beratung.
Was intern trotzdem vorhanden sein muss
Ein Fractional CFO steuert, führt aber selten die operative Buchhaltung selbst aus. Es braucht deshalb entweder interne Kapazität in der Buchhaltung oder einen Dienstleister, der diese Ebene abdeckt. Wo beides fehlt, verbringt die Führungskraft ihre knappe Zeit mit Aufgaben, für die sie zu teuer ist.
Typische Entwicklung
Viele Mandate beginnen mit höherer Auslastung, weil zunächst Planung, Reporting und Prozesse aufgebaut werden. Nach einigen Monaten sinkt der Bedarf auf einen laufenden Steuerungsanteil. Wächst das Unternehmen weiter, steigt er wieder – und irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem eine eigene Stelle wirtschaftlich wird. Ein gutes Mandat begleitet diesen Übergang, statt ihn zu verzögern.
Kostenlogik
Abgerechnet wird meist als monatliches Retainer-Modell auf Basis eines vereinbarten Zeitanteils. Der Vergleich mit einem angestellten CFO sollte die Vollkosten einer Festanstellung heranziehen – Arbeitgeberanteile, variable Vergütung, Ausfallzeiten und die Kosten und Dauer einer Nachbesetzung eingeschlossen.
