Die kurze Antwort
Ein Interim Controller ist ein erfahrener Controller, der für einen begrenzten Zeitraum in deinem Unternehmen arbeitet, zum Beispiel bei einer unbesetzten Stelle, in einer Aufbauphase oder vor einer Finanzierungsrunde. Er übernimmt Planung, Berichtswesen und Kennzahlen und baut Strukturen auf, die danach bleiben.
Was ein Interim Controller macht
- Berichtswesen: Monatsberichte, Kennzahlen und Abweichungsanalysen, die die Geschäftsführung lesen und nutzen kann.
- Planung und Budget: Jahresplanung, Forecasts und Szenarien auf Basis eines belastbaren Finanzmodells.
- Liquidität: kurzfristige Planung, zum Beispiel als 13-Wochen-Planung.
- Prozesse: Abläufe im Monatsabschluss straffen, Zuständigkeiten klären, Berichte standardisieren.
- Übergabe: Dokumentation, damit ein fest angestellter Nachfolger nahtlos weitermachen kann.
Wann sich der Einsatz lohnt
Stelle unbesetzt
Der Controller kündigt oder fällt aus, und die Nachbesetzung dauert. Ein Interim Controller hält Berichte und Planung am Laufen, bis die Stelle neu besetzt ist.
Aufbau des Controllings
Ein wachsendes Unternehmen hat noch kein belastbares Berichtswesen. Der Interim Controller baut es auf, bevor eine feste Stelle gerechtfertigt ist.
Vor Finanzierung oder Verkauf
Investoren und Käufer wollen saubere Zahlen und eine nachvollziehbare Planung. Controlling auf Zeit bereitet die Datenbasis vor.
Spitzen und Sonderprojekte
Einführung eines neuen Systems, Integration nach einem Zukauf oder ein Abschlussstau: Hier braucht es Kapazität und Erfahrung für ein klar begrenztes Thema.
Interim Controller, Festanstellung oder Beratung?
Ein Interim Controller arbeitet im Alltag mit, trägt Verantwortung für Ergebnisse und ist zeitlich befristet. Eine Festanstellung lohnt sich bei dauerhaftem Bedarf. Eine Beratung liefert Konzepte, setzt sie aber meist nicht selbst um. Die Entscheidungshilfe für die Führungsebene steht im Beitrag Interim CFO, CFO as a Service oder Festanstellung.
Worauf du bei der Auswahl achtest
- Branchen- und Systemkenntnis: Kennt die Person dein Geschäftsmodell und deine Buchhaltungs- und Planungswerkzeuge?
- Referenzen: Hat sie vergleichbare Einsätze, bei denen Strukturen geblieben sind?
- Klare Ziele: Lege vorab fest, was nach der Laufzeit stehen soll, zum Beispiel ein Monatsbericht, der innerhalb von Arbeitstagen für die Geschäftsführung bereitliegt.
- Umfang und Laufzeit: Tage pro Woche und Dauer so festlegen, dass sie zur Aufgabe passen.
- Kommunikation: Wer berichtet an wen, und wie oft?
So läuft ein Einsatz ab
Am Anfang steht ein kurzes Gespräch zu Ausgangslage und Zielen. Danach folgt eine Bestandsaufnahme von Zahlen, Berichten und Abläufen, aus der ein Plan mit Prioritäten entsteht. In der Hauptphase arbeitet der Interim Controller im laufenden Betrieb, und am Ende steht die Übergabe mit Dokumentation. Unser Angebot zu Interim Accounting & FP&A beschreibt, wie wir das umsetzen.
Häufige Fragen
Was kostet ein Interim Controller?
Das hängt von Erfahrung, Umfang und Laufzeit ab. Meist wird nach Tagen abgerechnet. Frage nach einem klar umrissenen Leistungsumfang statt nur nach dem Tagessatz.
Wie schnell kann ein Einsatz starten?
Das ist von Verfügbarkeit und Aufgabe abhängig. Interim-Einsätze starten in der Regel deutlich schneller als eine Festanstellung.
Wie lange dauert ein Einsatz?
Typisch sind einige Wochen bis mehrere Monate, je nachdem, ob es um eine Überbrückung oder um den Aufbau von Strukturen geht.
Was ist der Unterschied zum Interim CFO?
Ein Interim Controller verantwortet Planung, Berichte und Kennzahlen. Ein Interim CFO trägt zusätzlich die Gesamtverantwortung für Finanzierung, Steuerung und Gespräche mit Investoren und Banken, siehe Interim CFO.
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