Die Frage stellt sich fast immer im selben Moment: Die Finanzleitung fehlt, die Suche dauert, und jemand muss entscheiden, ob befristet besetzt oder auf die Festanstellung gewartet wird. Die Antwort hängt an drei Größen – Laufzeit, Verfügbarkeit und Vollkosten. Hier der Vergleich, an dem wir uns selbst orientieren.
Ein Unternehmen braucht Finanzführung und hat sie nicht: Der CFO ist gegangen, das Wachstum hat die Buchhaltung überholt, ein Investor verlangt eine belastbare Finanzfunktion, oder eine Transaktion steht an. Die klassische Antwort ist die Stellenausschreibung. Sie ist richtig – aber sie löst das Problem frühestens in sechs bis neun Monaten, wenn Suche, Kündigungsfrist und Einarbeitung zusammengerechnet werden.
Die Entscheidung ist deshalb selten ein Entweder-oder, sondern eine Frage der Reihenfolge und des Zeithorizonts.
Interim CFO: Profile innerhalb von 24 Stunden, Start meist in ein bis zwei Wochen. Festanstellung: sechs bis neun Monate inklusive Suche, Kündigungsfrist und Einarbeitung. Wer die Vakanzmonate nicht mitrechnet, vergleicht falsch.
Interim CFO: Tagessatz 1.400 bis 2.500 Euro, Richtwert 1.800 Euro, abgerechnet nach Einsatztagen. Festanstellung: Jahresbrutto plus rund 21 Prozent Arbeitgeberanteile plus einmalig 25 bis 30 Prozent eines Jahresgehalts für die Suche. Bei 180.000 Euro Brutto sind das rund 218.000 Euro Vollkosten im Jahr, im ersten Jahr zusätzlich etwa 45.000 Euro Recruiting.
Interim: 1.800 Euro × 3 Tage × 4,33 Wochen × 6 Monate = rund 140.000 Euro. Festanstellung: halbe Jahresvollkosten 109.000 Euro plus Recruiting 45.000 Euro = rund 154.000 Euro – und die Person ist in diesen sechs Monaten voraussichtlich noch gar nicht da. Ab rund neun Monaten Laufzeit wird die Festanstellung günstiger; ab einem Jahr deutlich.
Interim: befristet, definiertes Ende, Verlängerung oder Abbruch kurzfristig möglich, Abhängigkeit von einer Person. Festanstellung: Kündigungsfrist, Fehlbesetzung kostet erneut sechs bis neun Monate, dafür bleibt das Wissen im Unternehmen.
Interim CFOs haben ihre Situation – Transaktion, Umstellung, Sanierung – meist mehrfach gesehen. Eine Festanstellung wird für den Dauerbetrieb ausgewählt, nicht für die Ausnahmesituation. Beides ist richtig, für unterschiedliche Aufgaben.
… der Bedarf sofort besteht, absehbar endet oder Sondererfahrung verlangt: Vakanz überbrücken, Finanzierungsrunde oder Verkauf vorbereiten, Systemwechsel führen, Restrukturierung tragen. Auch dann, wenn die Festanstellung bereits gesucht wird und die Zeit bis dahin nicht leer bleiben darf.
… die Finanzfunktion dauerhaft eine Vollzeitkraft auslastet, die Rolle mit dem verfügbaren Gehalt besetzbar ist, das Unternehmen die Besetzungsdauer aushält und Kontinuität wichtiger ist als Geschwindigkeit.
… dauerhaft Finanzführung gebraucht wird, aber nur ein bis zwei Tage pro Woche. Dann passt weder Interim noch Vollzeit, sondern eine Monatspauschale zwischen 2.500 und 15.000 Euro.
… die Stelle geschaffen wird und die Lücke bis zur Besetzung nicht offen bleiben darf. Der Interim CFO überbrückt, schärft das Profil, prüft Kandidaten mit und übergibt. Das ist in unseren Mandaten der Regelfall.
Pro Tag ja, über den Zeitraum meist nicht. Bei 1.800 Euro Tagessatz, drei Tagen pro Woche und sechs Monaten kostet der Interim CFO rund 140.000 Euro. Eine Festanstellung mit 180.000 Euro Jahresbrutto kostet im selben Halbjahr etwa 154.000 Euro, wenn Arbeitgeberanteile und einmaliges Recruiting mitgerechnet werden. Ab rund neun Monaten Laufzeit kippt die Rechnung zugunsten der Festanstellung.
Wenn die Finanzfunktion dauerhaft eine Vollzeitkraft auslastet, die Rolle intern besetzbar ist und das Unternehmen sechs bis neun Monate auf die Besetzung warten kann. Dann ist sie langfristig günstiger und das Wissen bleibt im Haus.
Wenn der Bedarf sofort da ist, wenn er absehbar endet – Vakanz, Transaktion, Umstellung, Krise – oder wenn ein Sonderprojekt Erfahrung braucht, die eine Festanstellung nicht mitbringt.
Dann ist die Reihenfolge: erst Interim, dann Festanstellung. Der Interim CFO überbrückt die Suche, schärft das Anforderungsprofil und arbeitet die Nachfolge ein. Das ist der häufigste Fall in unseren Mandaten.
Wer dauerhaft Finanzführung braucht, aber keine Vollzeitstelle auslastet, ist bei keinem der beiden Modelle richtig. Dafür gibt es den externen CFO mit Monatspauschale, beschrieben auf der Seite Externer CFO.
Nur wenn Dokumentation und Übergabe im Auftrag stehen. Bei uns gehören sie zum Mandat – ein befristeter Einsatz ohne Übergabe ist der teuerste Weg.
Zur Leistung: Interim CFO. Die Teilzeit-Variante steht unter Externer CFO, der Vergleichsrechner mit eigenen Zahlen auf der Preisseite.
Begriffe dazu im Glossar: Interim CFO, Fractional CFO und CFO as a Service.
Ausführlich im Beitrag Interim CFO, CFO as a Service oder Festanstellung? und in Was kostet ein Interim CFO?
Verwandter Anlass: CFO-Abgang überbrücken.
Alle Anlässe für ein Interim-CFO-Mandat im Überblick: Anlässe.