Sebastian Janus
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Interim Management in der Finanzabteilung: Rollen, Ablauf und die ersten 90 Tage

Welche Rollen befristet besetzt werden, was der Markt 2026 hergibt, wie ein Mandat abläuft – und was in den ersten 90 Tagen vorliegen muss, damit sich der Einsatz trägt. Mit den Zahlen der DDIM-Marktstudie 2026.

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Titelbild: Interim Management in der Finanzabteilung – Rollen, Ablauf und die ersten 90 Tage.

Die kurze Antwort

Interim Management in der Finanzabteilung heißt: eine Rolle wird befristet mit einer erfahrenen externen Person besetzt – Interim CFO, Head of Finance, Controlling oder Buchhaltung. Nach der DDIM-Marktstudie 2026 dauert ein über einen Provider vermitteltes Mandat im Schnitt 7,1 Monate. Entschieden wird es aber viel früher: In den ersten 90 Tagen zeigt sich, ob am Ende ein belastbares Ergebnis steht oder nur eine teure Vertretung.

Deshalb gehört vor den Vertrag eine Antwort auf eine einzige Frage: Welche drei Ergebnisse müssen nach 90 Tagen vorliegen? Wer die nicht formulieren kann, kauft Anwesenheit statt Wirkung.

Bei nugrow liegen erste Profile in 24 Stunden vor, der Einsatz kann in wenigen Tagen beginnen. Die Tagessätze liegen netto ab 850 € für Buchhaltung, 1.050 € für Controlling, 1.150 € für FP&A, 1.300 € für Head of Finance und 1.800 € für den Interim CFO. Wie ein Einsatz konkret abläuft, zeigt die Seite Interim Management im Finanzbereich. Stand: Oktober 2026.

Welche Rollen befristet besetzt werden

RolleTypischer AnlassÜbliche DauerTagessatz
Interim CFO / FinanzleitungVakanz in der Leitung, Finanzierungsrunde, Transaktion, Nachfolge6–12 Monate1.400–2.500 €
Interim CFO in Restrukturierung oder KonzernSanierung, Carve-out, Post-Merger-Integration6–18 Monateab 3.000 €
Head of FinanceTeam ohne Leitung, Finanzleitung hat gekündigt, Monatsabschluss kommt zu spät3–12 Monateab 1.300 € (nugrow-Satz)
Head of AccountingElternzeit, Abschlussüberbrückung, Systemwechsel4–12 Monate1.000–1.600 €
ControllingAufbau von Reporting, Projektcontrolling, Konsolidierung3–12 Monate800–1.200 €
Finanz- und BilanzbuchhaltungRückstand aufarbeiten, Personalabgang, Migration2–8 Monate880–1.120 €

Der Head-of-Finance-Satz ist der nugrow-Tagessatz, die übrigen Spannen stammen aus den unten genannten Marktquellen. Die nugrow-Sätze für die anderen Rollen stehen oben in der kurzen Antwort. Der Head of Finance führt Team, Abschluss und Reporting, aber nicht Finanzierung und Investorenverhandlung – dafür ist der Interim CFO da.

Der Unterschied zwischen der ersten und der fünften Zeile beträgt gut 1.000 Euro pro Tag. Deshalb ist die Rollendefinition kein Formalakt: Wer eine Finanzleitung anfragt, aber eigentlich Controlling-Kapazität braucht, zahlt über sechs Monate rund 100.000 Euro zu viel. Die vollständige Aufschlüsselung der Tagessätze steht in einem eigenen Beitrag.

Was der Markt 2026 hergibt

Die DDIM-Marktstudie 2026 gibt für den deutschen Interim-Markt folgende Werte an:

Kennzahl2026 (Prognose)2025
Durchschnittlicher Tagessatz1.317 €1.297 €
Honorarvolumen des Marktes2,4–2,7 Mrd. €rund 2,47 Mrd. €
Einsatztage je Interim Manager154 (81 % der Maximalkapazität)144
Mandatsdauer über Provider–7,1 Monate

Zwei Punkte daraus sind für Auftraggeber relevant.

Erstens: Die Auslastung steigt. 154 statt 144 Einsatztage bedeuten, dass gute Leute kürzer verfügbar sind. Wer erst anfragt, wenn die Vakanz da ist, konkurriert mit anderen um dieselben Kalender.

Zweitens: Finance ist nicht die größte Funktion im Markt. Die Studie führt General Management und Board mit 20,3 Prozent, Operations mit 11,5 Prozent und HR mit 10,3 Prozent als Top-3-Funktionen. Finance liegt darunter. Das heißt nicht, dass es wenig Finance-Mandate gäbe – es heißt, dass der Pool an Interim Managern mit belastbarer Finance-Erfahrung schmaler ist, als die Gesamtzahl von rund 12.500 aktiven Interim Managern vermuten lässt. Wer HGB-, IFRS- oder Konsolidierungserfahrung braucht, sucht in einem deutlich kleineren Teilmarkt.

Der Ablauf eines Mandats

Ein Interim-Einsatz in der Finanzabteilung folgt in der Praxis fünf Phasen. Die Zeitangaben sind Erfahrungswerte, keine Garantien.

PhaseWas passiertDauer
1. Bedarf schärfenRolle, Ergebnisse nach 90 Tagen, Umfang, Startdatum1–2 Tage
2. AuswahlProfile, zwei Gesprächsrunden, zwei Referenzanrufe1–2 Wochen
3. VertragVertragsform, Leistungsumfang, Ausfallregelung, Kündigungsfrist2–5 Tage
4. EinsatzBestandsaufnahme, Stabilisierung, Aufbau, Steuerungim Schnitt 7,1 Monate
5. ÜbergabeDokumentation, Einarbeitung der Nachfolge, Abschlussberichtletzte 4–6 Wochen

Im Markt vergehen von der ersten Anfrage bis zum ersten Arbeitstag oft zwei bis vier Wochen. Schneller geht es, wenn Rolle und Ergebnisse vorab klar sind: Bei nugrow liegen erste Profile in 24 Stunden vor, der Einsatz kann in wenigen Tagen beginnen. Zum Vergleich: Eine Festanstellung braucht inklusive Kündigungsfrist sechs bis neun Monate. Welche Wege zum passenden Anbieter führen – Provider, offene Plattform, eigenes Netzwerk oder Beratungshaus – steht in einem eigenen Beitrag.

Die ersten 90 Tage

Woche 1 bis 2: Bestandsaufnahme

Kein Umbau, keine großen Ankündigungen. Was in den ersten zwei Wochen entstehen muss:

  • Eine Liquiditätssicht über mindestens 13 Wochen – rollierend, auf Basis echter Kontodaten und offener Posten.
  • Der Stand der Buchhaltung: Wie alt ist der letzte abgestimmte Monat? Was liegt unbearbeitet?
  • Eine Liste der Verpflichtungen mit Fristen: Bankauflagen, Covenants, Investoren-Reporting, Abschlusstermine.
  • Die drei Personen, ohne die nichts läuft – intern wie extern, inklusive Steuerberater.

Am Ende von Woche zwei steht ein nüchterner Zwischenbericht an die Geschäftsführung: Was ist stabil, was ist kritisch, was war anders als angenommen. Genau dieser Punkt trennt einen erfahrenen Interim Manager von einer teuren Vertretung – er sagt früh, wenn der Auftrag nicht zur Lage passt.

Woche 3 bis 6: Stabilisieren

  • Der Monatsabschluss läuft wieder verlässlich und in einem definierten Zeitfenster.
  • Die Liquiditätsplanung wird wöchentlich fortgeschrieben, nicht monatlich neu gebaut.
  • Freigabewege und Vertretungsregelungen sind schriftlich festgehalten.
  • Offene Posten auf beiden Seiten sind bearbeitet: Forderungen wie Verbindlichkeiten.

In dieser Phase entsteht auch die ehrliche Antwort auf die Frage, ob das Team die Aufgabe nach dem Mandat allein tragen kann – oder ob eine Stelle fehlt.

Woche 7 bis 12: Aufbauen und übergeben

  • Fünf bis zehn Kennzahlen, die tatsächlich gesteuert werden, statt eines Berichts mit vierzig Zeilen, den niemand liest.
  • Ein Reporting-Paket für Bank oder Investoren, das sich aus dem laufenden Reporting speist.
  • Dokumentierte Prozesse: Wer macht was, bis wann, in welchem System.
  • Ein Plan für die Zeit danach – interne Besetzung, Verlängerung oder dauerhafte Begleitung in Teilzeit.

Nach 90 Tagen sollte die Frage „Wie geht es weiter?“ beantwortbar sein. Ist sie es nicht, war das Mandat zu unscharf definiert.

Woran Mandate scheitern

Der Auftrag ist eine Stellenbeschreibung. „Wir brauchen jemanden für die Finanzleitung“ ist kein Auftrag, sondern eine Rolle. Ein Auftrag benennt Ergebnisse mit Datum.

Kein Mandat, nur Vertretung. Wer die Person nicht mit Entscheidungsbefugnis ausstattet, bekommt Verwaltung. Das ist legitim – kostet dann aber keinen Finanzleitungssatz.

Die Datenbasis wird übersprungen. Ein Reporting auf unabgestimmter Buchhaltung ist eine gut aussehende Fehlkalkulation. Erst Datenbasis, dann Steuerung.

Wissenstransfer erst am Ende. Wenn Dokumentation in die letzte Woche rutscht, bleibt sie unvollständig. Sie gehört in den Leistungsumfang und in den Monatsrhythmus.

Die Vertragsform bleibt ungeklärt. Wird die Person faktisch weisungsgebunden geführt und voll in die Organisation eingegliedert, kann Scheinselbstständigkeit vorliegen. Die Folgen trägt überwiegend das auftraggebende Unternehmen. Der Dienstvertrag ist der Regelfall; bei echter Eingliederung ist die Arbeitnehmerüberlassung über einen Provider mit Erlaubnis der sichere Weg.

Wann Interim Management das falsche Modell ist

Zwei Fälle:

Für dauerhaften Bedarf, der keine Vollzeitstelle auslastet, kann CFO as a Service die Finanzfunktion in Teilzeit unterstützen. Bei nugrow werden Rolle, Tagessatz und Einsatzumfang für das Mandat vereinbart.

Und wenn die Aufgabe reine Kapazität ist – Belege buchen, Rückstände abarbeiten –, braucht es keine Finanzleitung, sondern Buchhaltungskapazität zum entsprechenden Satz. Der Entscheidungsleitfaden zu den drei Modellen geht dieser Frage systematisch nach.

Häufige Fragen

Was ist Interim Management in der Finanzabteilung?

Die befristete Besetzung einer Finanzrolle mit einer erfahrenen externen Person – Interim CFO, Head of Finance, Head of Accounting, Controlling oder Buchhaltung. Ziel ist, eine Vakanz zu überbrücken oder ein abgegrenztes Vorhaben zu stemmen, nicht eine dauerhafte Stelle zu ersetzen.

Wie lange dauert ein Interim-Mandat?

Nach der DDIM-Marktstudie 2026 dauern über Provider vermittelte Mandate im Durchschnitt 7,1 Monate. In der Finanzabteilung reicht die Spanne von zwei bis drei Monaten für eine Abschlussüberbrückung bis zu 18 Monaten in Restrukturierungs- und Transaktionsprojekten.

Wie schnell kann ein Interim Manager starten?

Im Markt vergehen von der ersten Anfrage bis zum ersten Arbeitstag oft zwei bis vier Wochen. Bei nugrow liegen erste Profile in 24 Stunden vor, der Einsatz kann in wenigen Tagen beginnen. Eine Festanstellung braucht inklusive Kündigungsfrist sechs bis neun Monate.

Was kostet Interim Management in der Finanzabteilung?

Der Tagessatz hängt an der Rolle. Bei nugrow liegen die Sätze netto ab 850 € für Buchhaltung, 1.050 € für Controlling, 1.150 € für FP&A, 1.300 € für Head of Finance und 1.800 € für den Interim CFO. Im Gesamtmarkt nennen Marktquellen für Interim CFO und Finanzleitung 1.400 bis 2.500 Euro, in Restrukturierung und Konzernumfeld ab 3.000 Euro. Der Marktdurchschnitt über alle Funktionen liegt laut DDIM-Marktstudie 2026 bei 1.317 Euro.

Was sollte nach 90 Tagen vorliegen?

Eine rollierende Liquiditätsplanung über mindestens 13 Wochen, ein verlässlicher Monatsabschluss in einem definierten Zeitfenster, fünf bis zehn tatsächlich gesteuerte Kennzahlen, dokumentierte Prozesse und Freigabewege sowie eine beantwortbare Frage, wie es nach dem Mandat weitergeht.

Bleibt das Wissen im Unternehmen?

Nur wenn es vertraglich geregelt ist. Dokumentation von Prozessen, Übergabe der Modelle und Reporting-Strukturen gehören in den Leistungsumfang und in den laufenden Monatsrhythmus – nicht in die letzte Woche des Einsatzes.

Dienstvertrag oder Arbeitnehmerüberlassung?

Der Dienstvertrag ist der Regelfall für selbstständige Interim Manager mit abgegrenztem Auftrag. Ist die Person faktisch weisungsgebunden und in die Organisation eingegliedert, droht Scheinselbstständigkeit – dann ist die Arbeitnehmerüberlassung über einen Provider mit Erlaubnis nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz der sichere Weg.

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Quellen

Tagessatz, Honorarvolumen, Einsatztage und Mandatsdauer: DDIM-Marktstudie 2026 der Dachgesellschaft Deutsches Interim Management, einschließlich der Auswertung von PROEVOLUTION. Zahl der aktiven Interim Manager und Funktionsverteilung: DDIM-Marktstudie 2026 sowie die Marktdatenübersicht des Interim Manager Portals. Tagessatz-Spannen nach Rolle: Interim Profis und Effizienzbuchhalter; nugrow-Tagessätze: nugrow-Preisliste. Abgrenzung Dienstvertrag und Arbeitnehmerüberlassung: Management Angels und DDIM. Stand: Oktober 2026. Der Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.

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Sebastian Janus
Sebastian Janus
Interim CFO für Private-Equity- und Venture-Capital-finanzierte Unternehmen, Gründer der nugrow GmbH

Sebastian Janus ist Interim CFO für Private-Equity- und Venture-Capital-finanzierte Unternehmen mit über 15 Jahren Erfahrung in Finanzführung, Fundraising, M&A und Restrukturierung. Er hat 2005 einen der ersten deutschen Online-Schuhshops gegründet, ihn durch zwei Exits geführt und war anschließend CFO im E-Commerce eines börsennotierten Handelskonzerns. Seit 2018 führt er die nugrow GmbH in Bochum.

Über den Autor

Dieser Beitrag stammt von Sebastian Janus, Interim CFO und Finance Operating Partner. Er gründete 2005 einen der ersten deutschen Online-Schuhshops, führte ihn durch zwei Transaktionen und war anschließend CFO im E-Commerce eines börsennotierten Handelskonzerns. Seit 2018 führt er die nugrow GmbH in Bochum und übernimmt Finanzverantwortung auf Zeit – überwiegend bei Private-Equity- und Venture-Capital-finanzierten SaaS- und Tech-Unternehmen.

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