Cash Conversion Cycle
Der Cash Conversion Cycle misst in Tagen, wie lange zwischen der Zahlung an Lieferanten und dem Zahlungseingang vom Kunden vergeht. Er ergibt sich aus Forderungslaufzeit plus Lagerreichweite minus Lieferantenziel und zeigt, wie viele Tage das Geschäft vorfinanziert werden muss.
Die Formel
CCC = DSO + DIO − DPO
- DSO (Days Sales Outstanding): wie viele Tage vergehen im Schnitt bis zum Zahlungseingang.
- DIO (Days Inventory Outstanding): wie viele Tage die Ware im Schnitt im Lager liegt.
- DPO (Days Payables Outstanding): wie viele Tage sich das Unternehmen mit der Zahlung an Lieferanten Zeit lässt.
Rechenbeispiel
Ein Handelsunternehmen: DSO 45 Tage, DIO 60 Tage, DPO 30 Tage. Der Cash Conversion Cycle beträgt 75 Tage – für 75 Tage muss das Geschäft aus eigener Kraft oder über eine Kreditlinie vorfinanziert werden.
Bei einem Jahresumsatz von zwölf Millionen Euro und einem Wareneinsatz von 60 Prozent bindet das grob gerechnet rund 1,5 Millionen Euro. Jeder Tag weniger setzt etwa 20.000 Euro frei – dauerhaft, ohne dass ein Euro Umsatz zusätzlich entsteht.
Warum die Kennzahl der Liquiditätsplanung vorausgeht
Eine 13-Wochen-Liquiditätsplanung zeigt, wann es eng wird. Der Cash Conversion Cycle zeigt, warum. Beide gehören zusammen: Die Planung ist das Frühwarnsystem, der Zyklus die Diagnose.
Grenzen
Bei Dienstleistern und Softwareunternehmen ohne Lager entfällt der DIO; der Zyklus reduziert sich auf DSO minus DPO. Bei stark saisonalem Geschäft verzerrt ein Stichtagswert das Bild – sinnvoll ist der gleitende Durchschnitt über zwölf Monate. Und der Vergleich mit anderen Unternehmen trägt nur innerhalb derselben Branche: 75 Tage sind im Maschinenbau unauffällig und im Lebensmittelhandel ein Alarmsignal.
