Sebastian Janus
Sebastian Janus

Wer arbeitet bei euch tatsächlich? Netzwerk, Auswahl, Vertretung

Die Frage, die vor jeder Beauftragung kommt und selten offen beantwortet wird: Wer sitzt am Ende im Unternehmen? Wie das Netzwerk aus rund 500 Freelancern funktioniert, wonach ausgewählt wird – und wo die Grenzen des Modells liegen.

Aktualisiert am

Die kurze Antwort

Es gibt ein festes Kernteam und ein Netzwerk von rund 500 Freelancern im deutschsprachigen Raum. Wer ein Mandat übernimmt, hängt am Anlass: eine Exit-Vorbereitung braucht ein anderes Profil als ein Abschlussrückstand. Konstant bleiben der Ansprechpartner, das Vertragswerk und das Berichtsformat – nicht zwingend die Einzelperson.

Diese Frage gehört ins Erstgespräch, und zwar mit Namen und Lebenslauf. Ein Anbieter, der sie ausweichend beantwortet, hat sie sich noch nicht gestellt.

Warum ein Netzwerk und keine Belegschaft

Interim-Bedarf ist unregelmäßig. Ein Carve-out braucht sechs bis zwölf Monate jemanden mit Transaktionserfahrung, ein Systemwechsel jemanden, der schon zwei Migrationen begleitet hat, eine Sanierung jemanden, der Bankgespräche in der Krise geführt hat. Diese drei Profile in Festanstellung vorzuhalten und auszulasten, funktioniert nicht – jedenfalls nicht in einer Boutique.

Das Netzwerk löst genau das: Besetzt wird nach Anlass, nicht nach Verfügbarkeit im eigenen Haus. Der Preis dafür ist, dass die Auswahl selbst zur Kernleistung wird – und dass ein Anbieter sich daran messen lassen muss.

Wonach ausgewählt wird

Vier Fragen entscheiden, und zwar in dieser Reihenfolge:

  1. Hat die Person den Anlass schon einmal gemacht? Nicht die Branche, nicht die Unternehmensgröße – der Anlass. Wer drei Carve-outs begleitet hat, weiß, woran der vierte scheitert.
  2. Passt die Ebene? Ein Konzern-CFO steuert anders als jemand, der im Mittelstand selbst Konten abstimmt. Beides ist richtig, aber nicht für dieselbe Aufgabe.
  3. Sind die Systeme bekannt? DATEV, NetSuite, Business Central, LucaNet – fehlende Systemkenntnis kostet die ersten zwei Wochen.
  4. Ist die Verfügbarkeit echt? „Kurzfristig verfügbar“ ist kein Datum. Wie viele Mandate laufen parallel, und mit welcher Auslastung?

Vorgeschlagen werden in der Regel zwei bis drei Profile innerhalb von 24 Stunden, mit Lebenslauf, vergleichbaren Mandaten und Verfügbarkeit. Die Auswahl trifft das Unternehmen, nicht der Anbieter.

Was gleich bleibt, egal wer arbeitet

Der Einwand gegen Netzwerkanbieter ist berechtigt: Wenn jedes Mandat eine andere Person bringt, entsteht keine Beziehung. Dagegen helfen drei Dinge, und sie sind vertraglich fassbar:

  • Ein Ansprechpartner über alle Mandate. Sebastian Janus führt die Mandatsbeziehung, unabhängig davon, wer operativ arbeitet.
  • Ein Vertragswerk. Einmal geprüft, danach je Einsatz abrufbar – der Punkt, der bei Beteiligungsgesellschaften mit mehreren Portfoliounternehmen am meisten Zeit spart.
  • Ein Berichtsformat. Dieselben Kennzahlendefinitionen über alle Einheiten hinweg. Genau daran scheitern Portfolios sonst.

Präsenz

Weil das Netzwerk den deutschsprachigen Raum abdeckt, kommt die Besetzung in der Regel aus der Region des Unternehmens. Präsenz vor Ort ist deshalb kein Engpass – auch nicht in Berlin, München, Hamburg oder Wien. Wie viel Präsenz sinnvoll ist, hängt am Anlass und wird vor dem Start festgelegt.

Wenn es nicht passt

Drei Punkte stehen im Vertrag: Vertretung bei Ausfall, Austausch der Besetzung im Anfangsfenster, und eine kurze beidseitige Kündigungsfrist. Die konkreten Fristen hängen von Rolle, Laufzeit und Auslastung ab und stehen im Angebot. Ausführlich in Was passiert, wenn es nicht passt.

Wo das Modell an Grenzen stößt

Drei Fälle, in denen ein anderer Weg besser ist:

  • Die Person steht schon fest. Wer jemanden aus dem eigenen Netzwerk kennt und einen abgegrenzten Auftrag hat, beauftragt direkt und spart den Aufschlag – mit den Folgen, die in Anbieter oder Freelancer direkt stehen.
  • Ein sehr seltenes Profil. Eine bestimmte Branche, eine bestimmte Rechnungslegung, eine bestimmte Sprache: Dann kann eine Personalberatung, die neu sucht statt aus dem Pool zu greifen, der richtige Weg sein.
  • Dauerhafter Vollzeitbedarf. Wer die Rolle dauerhaft und in Vollzeit braucht, sollte fest besetzen. Interim ist dann die Überbrückung, nicht die Lösung.

Häufige Fragen

Wie groß ist das Netzwerk?

Rund 500 Freelancer im deutschsprachigen Raum, dazu ein festes Kernteam. Besetzt wird nach Anlass, nicht nach Verfügbarkeit im eigenen Haus.

Arbeitet Sebastian Janus selbst im Mandat?

In einem Teil der Mandate ja – zwölf Interim-CFO-Mandate seit 2019 sind auf der Referenzseite dokumentiert. In anderen führt er die Mandatsbeziehung, und operativ arbeitet jemand aus dem Netzwerk. Wer es konkret wäre, steht im Vorschlag, bevor irgendetwas unterschrieben ist.

Bekommen wir dieselbe Person bei einem zweiten Mandat?

Wenn sie passt und verfügbar ist, gern. Zwingend ist es nicht – und in einem Portfolio oft auch nicht sinnvoll, weil eine Beteiligung mit Abschlussrückstand ein anderes Profil braucht als eine vor dem Exit. Die Konstante ist der Ansprechpartner und das Format, nicht die Einzelperson.

Woran erkenne ich, dass die Auswahl ernsthaft war?

An zwei bis drei Profilen statt zwanzig, an Lebensläufen mit vergleichbaren Anlässen statt Schlagworten, und an Referenzen, mit denen man sprechen darf. Zwanzig Profile innerhalb einer Stunde heißen, dass niemand vorausgewählt hat.

Sind die Freelancer selbstständig? Wie ist das vertraglich?

In der Regel als Dienstvertrag mit abgegrenztem Auftrag. Wo die Tätigkeit faktisch weisungsgebunden und eingegliedert wäre, ist die Vertragsform vorab zu klären – die Kriterien stehen in Vertrag und Scheinselbstständigkeit.

Was passiert, wenn die Besetzung ausfällt?

Vertretung aus dem Netzwerk, Ersatzprofile in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Unabhängig davon gehört zum Auftrag, dass Berichtswesen und Abschlussprozess dokumentiert sind und ohne die handelnde Person funktionieren.

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Quellen und Stand

Angaben zu Netzwerkgröße und Ablauf beruhen auf der Praxis von nugrow. Die Mandatszahlen entsprechen der veröffentlichten Referenzübersicht. Stand: September 2026.

Sebastian Janus
Sebastian Janus
Interim CFO für Private-Equity- und Venture-Capital-finanzierte Unternehmen, Gründer der nugrow GmbH

Sebastian Janus ist Interim CFO für Private-Equity- und Venture-Capital-finanzierte Unternehmen mit über 15 Jahren Erfahrung in Finanzführung, Fundraising, M&A und Restrukturierung. Er hat 2005 einen der ersten deutschen Online-Schuhshops gegründet, ihn durch zwei Exits geführt und war anschließend CFO im E-Commerce eines börsennotierten Handelskonzerns. Seit 2018 führt er die nugrow GmbH in Bochum.

Über den Autor

Dieser Beitrag stammt von Sebastian Janus, Interim CFO und Finance Operating Partner. Er gründete 2005 einen der ersten deutschen Online-Schuhshops, führte ihn durch zwei Transaktionen und war anschließend CFO im E-Commerce eines börsennotierten Handelskonzerns. Seit 2018 führt er die nugrow GmbH in Bochum und übernimmt Finanzverantwortung auf Zeit – überwiegend bei Private-Equity- und Venture-Capital-finanzierten SaaS- und Tech-Unternehmen.

Profil und Werdegang von Sebastian Janus

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Interim CFO, CFO as a Service und Financial Modelling – aus über 350 Projekten seit 2019. Erste Profile innerhalb von 24 Stunden.
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