Exit Readiness

Exit Readiness bezeichnet den Zustand, in dem ein Unternehmen einen Verkaufsprozess ohne Verzögerung und ohne Preisabschläge durchlaufen kann. Dazu gehören prüfungsfähige Zahlen mit belegbaren Bereinigungen, eine vollständige Dokumentation, ein vorbereiteter Datenraum und die Beseitigung von Abhängigkeiten, die einen Käufer abschrecken.

Warum Exit Readiness früh beginnt

Ein Verkaufsprozess dauert von der Vorbereitung bis zum Closing sechs bis zwölf Monate. Die Zahlen, die dabei geprüft werden, betreffen aber die drei Jahre davor. Wer erst mit dem Prozessstart anfängt, kann an dieser Historie nichts mehr ändern – er kann sie nur noch erklären. Deshalb ist der sinnvolle Beginn der Verkaufsvorbereitung etwa zwölf bis achtzehn Monate vor dem geplanten Prozess.

Die vier Dimensionen

Zahlenqualität. Monatsabschlüsse zu festen Terminen, konsistente Abgrenzungen, abgestimmte Salden, eine durchgängige Historie über mindestens drei Jahre. Wechsel in Kontenrahmen, Systemen oder Bilanzierungspraxis müssen überleitbar sein, sonst entstehen genau die Brüche, an denen eine Kaufprüfung hängen bleibt – ein Systemwechsel kurz vor dem Prozess ist deshalb selten eine gute Idee.

Belegbare Bereinigungen. Das bereinigte Ergebnis ist die Basis der Bewertung. Jede Bereinigung – Einmalkosten, Gesellschaftervergütung über Marktniveau, aufgegebene Bereiche, Transaktionskosten – muss einzeln nachweisbar sein. Bereinigungen ohne Beleg werden gestrichen, und jede gestrichene Position kostet unmittelbar Kaufpreis.

Dokumentation und Datenraum. Verträge vollständig und unterzeichnet, Gesellschafterbeschlüsse abgelegt, Beteiligungsverhältnisse dokumentiert, Arbeitsverträge und wesentliche Kundenverträge greifbar. Der häufigste Grund für Verzögerungen in Kaufprüfungen sind nicht schlechte Zahlen, sondern fehlende Unterlagen – wie der Datenraum aufgebaut wird, steht dort.

Abhängigkeiten. Kundenkonzentration, Abhängigkeit von einzelnen Personen, ungeregelte Nachfolge in Schlüsselfunktionen, auslaufende Verträge ohne Verlängerung. Jede dieser Abhängigkeiten mindert entweder den Preis oder erhöht den Anteil, der an spätere Bedingungen geknüpft wird – etwa über einen Earn-out.

Das Factbook

Auf der Verkäuferseite wird die Zahlenbasis meist in einem Financial Factbook oder einer Vendor Due Diligence aufbereitet, häufig gemeinsam mit einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Der Nutzen ist doppelt: Der Prozess wird schneller, weil viele Fragen vorweggenommen sind – und die eigenen Schwachstellen werden entdeckt, bevor die Käuferseite sie findet. Ein Punkt, den man selbst benennt, ist ein Sachverhalt; derselbe Punkt, von der Gegenseite gefunden, ist ein Verhandlungshebel.

Die praktische Prüffrage

Ein einfacher Test für den Stand der Vorbereitung: Wie lange dauert es, eine vollständige, abgestimmte Monatsberichterstattung der letzten drei Jahre bereitzustellen, aufgeschlüsselt nach Produkt, Kunde und Region? Liegt die Antwort bei Tagen, ist die Basis vorhanden. Liegt sie bei Wochen, ist die Verkaufsvorbereitung noch nicht angefangen.

Wer die Vorbereitung übernimmt

Exit Readiness ist Spitzenlast neben dem Tagesgeschäft und endet mit dem Closing – das Profil einer befristeten Besetzung. Wie ein Interim CFO von nugrow das konkret aufsetzt, mit Ablauf, Dauer und Tagessätzen, steht auf der Seite Exit-Vorbereitung mit Interim CFO. Für Portfoliounternehmen beschreibt die Seite Interim CFO für Private-Equity-Portfolios das Vorgehen, die Prüfung der Zahlenbasis steht unter Financial Due Diligence.

Synonyme:
Exit-Readiness, Verkaufsbereitschaft, Exit-Vorbereitung, Transaktionsreife
Englischer Begriff:
Exit readiness
Zuletzt aktualisiert:
October 14, 2026