Sebastian Janus
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Value Creation Plan: Wie CFOs die PE-Werthebel laufend nachverfolgen

Wie der CFO den Value Creation Plan aus dem PE-Beteiligungsvertrag in eine laufende Reporting-Größe verwandelt, statt ihn in der Schublade verschwinden zu lassen.

Aktualisiert am

Jeder PE-Beteiligungsvertrag enthält implizit oder explizit einen Value Creation Plan – die Hebel, über die der Investor die Wertsteigerung bis zum Exit erreichen will. Meist sind das Margenverbesserung, organisches Wachstum, Add-on-Akquisitionen und manchmal eine Multiple-Expansion. Das Problem: In vielen Portfoliounternehmen existiert dieser Plan als Folie aus dem Investment-Committee-Prozess, aber nicht als laufende Steuerungsgröße im Finance-Reporting.

Wichtige Erkenntnisse

  • Ein Value Creation Plan bündelt die Werthebel, auf die sich PE-Investor und Management beim Einstieg geeinigt haben – Marge, Wachstum, Add-ons, Multiple.
  • Ohne laufendes Tracking bleibt der VCP eine Absichtserklärung statt einer Steuerungsgröße, die tatsächlich Entscheidungen beeinflusst.
  • Der CFO ist meist die einzige Funktion im Unternehmen, die alle vier Hebel gleichzeitig im Blick hat und zusammenführen kann.

Warum der VCP oft in der Schublade landet

Der Value Creation Plan entsteht meist während der Due Diligence, als Teil der Investment-These des PE-Hauses. Nach Closing verschwindet er häufig in der Vorstandsschublade, während der operative Alltag übernimmt. Das Ergebnis: Bei der ersten Quartalsreview fragt der Investor nach Fortschritt bei den ursprünglichen Hebeln, und niemand hat die Zahlen dafür vorbereitet – obwohl sie im laufenden Investoren-Reporting mitlaufen könnten.

Wie sich die vier Hebel operativ tracken lassen

Margenverbesserung

Konkrete Kostenprogramme (Einkauf, Personalstruktur, Automatisierung) werden gegen eine Baseline zum Einstiegszeitpunkt gemessen, nicht gegen das Vorjahr – sonst verwässert sich der tatsächliche Fortschritt im normalen Geschäftsverlauf.

Organisches Wachstum

Umsatzwachstum wird getrennt nach organisch und anorganisch (Add-ons) ausgewiesen. Diese Trennung ist entscheidend, weil PE-Investoren beide Komponenten unterschiedlich bewerten.

Add-on-Pipeline

Der Fortschritt bei geplanten Zukäufen – auch wenn noch kein Signing erfolgt ist – gehört als eigener Tracking-Punkt ins Reporting, verknüpft mit den M&A-Aktivitäten des Unternehmens.

Multiple-Sensitivität

Wie verändert sich der Unternehmenswert bei unterschiedlichen Exit-Multiples, gegeben die aktuelle EBITDA-Entwicklung? Diese Sensitivitätsrechnung gehört strukturell zum selben Werkzeugkasten wie eine Covenant-Reporting-Logik gegenüber Debt-Funds.

Ein Value Creation Plan, der nur beim Signing existiert und nie wieder angeschaut wird, ist keine Strategie – er ist eine Erinnerung an eine Strategie, die niemand mehr verfolgt.

Häufig gestellte Fragen

Wie oft sollte der VCP-Fortschritt berichtet werden?

Quartalsweise im direkten Austausch mit dem PE-Investor, idealerweise als fester Bestandteil des ohnehin bestehenden Board-Reportings.

Wer erstellt den ursprünglichen Value Creation Plan?

In der Regel das PE-Haus gemeinsam mit dem Management während der Due Diligence. Die laufende Pflege und das Tracking danach liegen meist beim CFO.

Was, wenn sich die ursprünglichen Annahmen als unrealistisch erweisen?

Ein offener, datenbasierter Dialog mit dem Investor ist meist der bessere Weg als ein stilles Verfehlen der Ziele – belastbares Reporting schafft die Grundlage für eine sachliche Anpassung des Plans.

Weiterlesen

Zur laufenden Investoren-Kommunikation insgesamt: Effektives Investoren-Reporting. Für Unternehmen kurz nach dem PE-Einstieg: Erste 100 Tage Finance im PE-Portfoliounternehmen.

Sebastian Janus
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Interim CFO für Private-Equity- und Venture-Capital-finanzierte Unternehmen, Gründer der nugrow GmbH

Sebastian Janus ist Interim CFO für Private-Equity- und Venture-Capital-finanzierte Unternehmen mit über 15 Jahren Erfahrung in Finanzführung, Fundraising, M&A und Restrukturierung. Er hat 2005 einen der ersten deutschen Online-Schuhshops gegründet, ihn durch zwei Exits geführt und war anschließend CFO im E-Commerce eines börsennotierten Handelskonzerns. Seit 2018 führt er die nugrow GmbH in Bochum.

Über den Autor

Dieser Beitrag stammt von Sebastian Janus, Interim CFO und Finance Operating Partner. Er gründete 2005 einen der ersten deutschen Online-Schuhshops, führte ihn durch zwei Transaktionen und war anschließend CFO im E-Commerce eines börsennotierten Handelskonzerns. Seit 2018 führt er die nugrow GmbH in Bochum und übernimmt Finanzverantwortung auf Zeit – überwiegend bei Private-Equity- und Venture-Capital-finanzierten SaaS- und Tech-Unternehmen.

Profil und Werdegang von Sebastian Janus

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