Sebastian Janus
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Term Sheet erklärt: Die wichtigsten Klauseln für Gründer

Was in einem Term Sheet steht, welche Klauseln für Gründer entscheidend sind und worauf du vor der Unterschrift achtest.

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Titelbild: Term Sheet erklärt – die wichtigsten Klauseln für Gründer

Die kurze Antwort

Ein Term Sheet fasst die wichtigsten Bedingungen einer Finanzierung auf ein bis wenige Seiten zusammen, bevor der eigentliche Vertrag geschrieben wird. Es ist in den meisten Punkten nicht bindend, legt aber fest, worüber später nicht mehr grundlegend verhandelt wird. Als Gründer solltest du vor allem Bewertung, Liquidationspräferenz, Verwässerungsschutz, Mitspracherechte und Vesting verstehen.

Was ein Term Sheet ist und was nicht

Das Term Sheet ist eine Absichtserklärung des Investors. Es nennt Summe, Bewertung und die Eckpunkte der Beteiligung. Verbindlich sind meist nur wenige Teile, etwa Vertraulichkeit und eine Exklusivitätsphase, in der du mit anderen Investoren nicht verhandeln darfst. Alles andere wird erst im Beteiligungsvertrag und in der Gesellschaftervereinbarung bindend. Lass dich dabei von einem auf Gesellschaftsrecht spezialisierten Anwalt begleiten. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.

Die wichtigsten Klauseln

Bewertung und Investitionssumme

Hier steht, wie viel Geld fließt und zu welcher Pre-Money-Bewertung. Aus beidem ergibt sich der Anteil, den der Investor erhält. Wie du eine Bewertung herleitest, steht im Beitrag Startup-Bewertung berechnen. Achte darauf, ob ein Mitarbeiter-Optionspool schon vor der Investition in die Bewertung eingerechnet wird. Das verringert den Wert für die bisherigen Gesellschafter.

Liquidationspräferenz

Sie bestimmt, wer bei einem Verkauf oder einer Auflösung zuerst Geld bekommt. Bei einer einfachen Präferenz erhält der Investor zunächst sein eingesetztes Kapital zurück, bevor der Rest verteilt wird. Kritischer sind Varianten, bei denen der Investor zusätzlich anteilig am Rest teilnimmt oder ein Vielfaches seines Einsatzes bekommt.

Verwässerungsschutz

Er schützt den Investor, wenn später Anteile zu einer niedrigeren Bewertung ausgegeben werden. Je weitreichender die Klausel, desto stärker trägst du als Gründer die Folgen einer schwierigen Folgerunde.

Vesting

Dein Anteil wird häufig über mehrere Jahre schrittweise «verdient». Verlässt du das Unternehmen früh, verfällt ein Teil. Kläre Laufzeit, Cliff und was bei einem Verkauf passiert.

Mitsprache und Vetorechte

Investoren verlangen oft Sitze in einem Beirat oder Aufsichtsrat und Zustimmungsrechte bei wichtigen Entscheidungen, etwa neuen Finanzierungsrunden, Verkäufen oder Budgets. Prüfe, wie weit die Liste reicht und ob sie dein Tagesgeschäft bremst.

Mitverkaufs- und Mitnahmerechte

Bei der Mitverkaufsklausel können Investoren mitverkaufen, wenn du verkaufst. Bei der Mitnahmeklausel können Mehrheitsgesellschafter andere zum Verkauf verpflichten. Beides ist verbreitet, entscheidend sind die Schwellen.

Informationsrechte

Investoren erhalten regelmäßig Berichte, etwa Monatszahlen und Jahresabschluss. Damit das ohne großen Aufwand klappt, braucht es ein sauberes Reporting.

Exklusivität

Meist verpflichtest du dich für einige Wochen, nur mit diesem Investor zu verhandeln. Die Frist sollte zur Dauer der Prüfung passen, nicht länger.

Typische Fehler von Gründern

  • Nur auf die Bewertung schauen: Eine hohe Zahl mit harter Liquidationspräferenz kann schlechter sein als eine niedrigere mit fairen Bedingungen.
  • Keine Vergleichsangebote: Ohne zweites Angebot fehlt der Verhandlungsspielraum.
  • Ohne Anwalt unterschreiben: Auch nicht bindende Teile prägen den späteren Vertrag.
  • Folgen für spätere Runden übersehen: Klauseln wirken in jeder weiteren Finanzierung nach.

So bereitest du dich vor

Rechne durch, was die Bedingungen bei verschiedenen Verkaufspreisen für dich bedeuten. Mit einem Finanzmodell siehst du, wie sich Verwässerung und Präferenzen auf deinen Erlös auswirken. Wie wir Gründer in Finanzierungsrunden begleiten, steht auf der Seite Fundraising. Zur Investorensuche selbst: Investoren finden: der Leitfaden.

Häufige Fragen

Ist ein Term Sheet rechtlich bindend?

In der Regel nur in einzelnen Teilen, etwa bei Vertraulichkeit und Exklusivität. Die übrigen Bedingungen werden erst im Beteiligungsvertrag verbindlich.

Wie lange dauert es vom Term Sheet bis zum Abschluss?

Meist einige Wochen bis wenige Monate, abhängig von Prüfung der Unterlagen und Vertragsverhandlung.

Was ist die wichtigste Klausel im Term Sheet?

Das hängt von der Situation ab. Neben der Bewertung sind Liquidationspräferenz, Verwässerungsschutz und Vetorechte besonders wirksam.

Brauche ich für ein Term Sheet einen Anwalt?

Es ist sehr empfehlenswert. Ein erfahrener Anwalt erkennt ungewöhnliche Klauseln und hilft, sie zu verhandeln.

Sebastian Janus
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Interim CFO für Private-Equity- und Venture-Capital-finanzierte Unternehmen, Gründer der nugrow GmbH

Sebastian Janus ist Interim CFO für Private-Equity- und Venture-Capital-finanzierte Unternehmen mit über 15 Jahren Erfahrung in Finanzführung, Fundraising, M&A und Restrukturierung. Er hat 2005 einen der ersten deutschen Online-Schuhshops gegründet, ihn durch zwei Exits geführt und war anschließend CFO im E-Commerce eines börsennotierten Handelskonzerns. Seit 2018 führt er die nugrow GmbH in Bochum.

Über den Autor

Dieser Beitrag stammt von Sebastian Janus, Interim CFO und Finance Operating Partner. Er gründete 2005 einen der ersten deutschen Online-Schuhshops, führte ihn durch zwei Transaktionen und war anschließend CFO im E-Commerce eines börsennotierten Handelskonzerns. Seit 2018 führt er die nugrow GmbH in Bochum und übernimmt Finanzverantwortung auf Zeit – überwiegend bei Private-Equity- und Venture-Capital-finanzierten SaaS- und Tech-Unternehmen.

Profil und Werdegang von Sebastian Janus

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Interim CFO, CFO as a Service und Financial Modelling – aus über 350 Projekten seit 2019. Erste Profile innerhalb von 24 Stunden.
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