Die kurze Antwort
Ein Term Sheet fasst die wichtigsten Bedingungen einer Finanzierung auf ein bis wenige Seiten zusammen, bevor der eigentliche Vertrag geschrieben wird. Es ist in den meisten Punkten nicht bindend, legt aber fest, worüber später nicht mehr grundlegend verhandelt wird. Als Gründer solltest du vor allem Bewertung, Liquidationspräferenz, Verwässerungsschutz, Mitspracherechte und Vesting verstehen.
Was ein Term Sheet ist und was nicht
Das Term Sheet ist eine Absichtserklärung des Investors. Es nennt Summe, Bewertung und die Eckpunkte der Beteiligung. Verbindlich sind meist nur wenige Teile, etwa Vertraulichkeit und eine Exklusivitätsphase, in der du mit anderen Investoren nicht verhandeln darfst. Alles andere wird erst im Beteiligungsvertrag und in der Gesellschaftervereinbarung bindend. Lass dich dabei von einem auf Gesellschaftsrecht spezialisierten Anwalt begleiten. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.
Die wichtigsten Klauseln
Bewertung und Investitionssumme
Hier steht, wie viel Geld fließt und zu welcher Pre-Money-Bewertung. Aus beidem ergibt sich der Anteil, den der Investor erhält. Wie du eine Bewertung herleitest, steht im Beitrag Startup-Bewertung berechnen. Achte darauf, ob ein Mitarbeiter-Optionspool schon vor der Investition in die Bewertung eingerechnet wird. Das verringert den Wert für die bisherigen Gesellschafter.
Liquidationspräferenz
Sie bestimmt, wer bei einem Verkauf oder einer Auflösung zuerst Geld bekommt. Bei einer einfachen Präferenz erhält der Investor zunächst sein eingesetztes Kapital zurück, bevor der Rest verteilt wird. Kritischer sind Varianten, bei denen der Investor zusätzlich anteilig am Rest teilnimmt oder ein Vielfaches seines Einsatzes bekommt.
Verwässerungsschutz
Er schützt den Investor, wenn später Anteile zu einer niedrigeren Bewertung ausgegeben werden. Je weitreichender die Klausel, desto stärker trägst du als Gründer die Folgen einer schwierigen Folgerunde.
Vesting
Dein Anteil wird häufig über mehrere Jahre schrittweise «verdient». Verlässt du das Unternehmen früh, verfällt ein Teil. Kläre Laufzeit, Cliff und was bei einem Verkauf passiert.
Mitsprache und Vetorechte
Investoren verlangen oft Sitze in einem Beirat oder Aufsichtsrat und Zustimmungsrechte bei wichtigen Entscheidungen, etwa neuen Finanzierungsrunden, Verkäufen oder Budgets. Prüfe, wie weit die Liste reicht und ob sie dein Tagesgeschäft bremst.
Mitverkaufs- und Mitnahmerechte
Bei der Mitverkaufsklausel können Investoren mitverkaufen, wenn du verkaufst. Bei der Mitnahmeklausel können Mehrheitsgesellschafter andere zum Verkauf verpflichten. Beides ist verbreitet, entscheidend sind die Schwellen.
Informationsrechte
Investoren erhalten regelmäßig Berichte, etwa Monatszahlen und Jahresabschluss. Damit das ohne großen Aufwand klappt, braucht es ein sauberes Reporting.
Exklusivität
Meist verpflichtest du dich für einige Wochen, nur mit diesem Investor zu verhandeln. Die Frist sollte zur Dauer der Prüfung passen, nicht länger.
Typische Fehler von Gründern
- Nur auf die Bewertung schauen: Eine hohe Zahl mit harter Liquidationspräferenz kann schlechter sein als eine niedrigere mit fairen Bedingungen.
- Keine Vergleichsangebote: Ohne zweites Angebot fehlt der Verhandlungsspielraum.
- Ohne Anwalt unterschreiben: Auch nicht bindende Teile prägen den späteren Vertrag.
- Folgen für spätere Runden übersehen: Klauseln wirken in jeder weiteren Finanzierung nach.
So bereitest du dich vor
Rechne durch, was die Bedingungen bei verschiedenen Verkaufspreisen für dich bedeuten. Mit einem Finanzmodell siehst du, wie sich Verwässerung und Präferenzen auf deinen Erlös auswirken. Wie wir Gründer in Finanzierungsrunden begleiten, steht auf der Seite Fundraising. Zur Investorensuche selbst: Investoren finden: der Leitfaden.
Häufige Fragen
Ist ein Term Sheet rechtlich bindend?
In der Regel nur in einzelnen Teilen, etwa bei Vertraulichkeit und Exklusivität. Die übrigen Bedingungen werden erst im Beteiligungsvertrag verbindlich.
Wie lange dauert es vom Term Sheet bis zum Abschluss?
Meist einige Wochen bis wenige Monate, abhängig von Prüfung der Unterlagen und Vertragsverhandlung.
Was ist die wichtigste Klausel im Term Sheet?
Das hängt von der Situation ab. Neben der Bewertung sind Liquidationspräferenz, Verwässerungsschutz und Vetorechte besonders wirksam.
Brauche ich für ein Term Sheet einen Anwalt?
Es ist sehr empfehlenswert. Ein erfahrener Anwalt erkennt ungewöhnliche Klauseln und hilft, sie zu verhandeln.





