Das Wichtigste in Kürze
- 121 der 306 Finance-Tools in unserer Datenbank nennen keinen konkreten Preis – knapp vier von zehn. 106 davon führen ausdrücklich „Preis auf Anfrage“.
- Diese zwölf nennen ihn. Alle mit monatlichem Einstiegspreis, alle relevant für eine Finanzabteilung im Mittelstand oder Scale-up – von 8 US-Dollar je Nutzer bis 199 Euro im Monat.
- Fünf rechnen in Euro: Qonto, Pennylane, Commitly, Ledgy und Xentral. Das erspart die Wechselkursposition im Budget.
- Der Einstiegspreis ist nie der Rechnungsbetrag. Er gilt in der Regel für einen Nutzer, den kleinsten Funktionsumfang und Jahreszahlung.
Die Auswahl stammt aus unserer eigenen Finance-Tool-Datenbank mit 306 Faktenblättern, Stand September 2026. Die vollständige Auswertung zur Preistransparenz steht im Beitrag 306 Finance-Tools ausgewertet.
Wie wir ausgewählt haben
Drei Kriterien, alle nachprüfbar. Erstens: Der Anbieter nennt einen bezifferten Einstiegspreis auf seiner eigenen Website – keine Spanne, kein „ab individuell“, keine Anfrage. Zweitens: Der Preis ist ein Monats- oder Nutzerpreis und damit vergleichbar. Transaktionsgebühren wie bei Zahlungsdienstleistern haben wir ausgeschlossen, weil sich 0,30 US-Dollar je Buchung nicht sinnvoll neben 99 US-Dollar im Monat stellen lassen. Drittens: Das Tool gehört in eine Finanzabteilung – Buchhaltung, Zahlungsverkehr, Planung, Reporting oder ERP. Geräteverwaltung und reine HR-Software sind draußen.
Das Ergebnis ist bewusst kein Ranking. Ein Tool für 9 Euro ist nicht besser als eines für 199 Euro, es löst ein anderes Problem. Sortiert ist die Liste deshalb nach Preis, nicht nach Empfehlung.
Die zwölf Tools im Überblick
| Tool | Einstiegspreis | Wofür |
|---|---|---|
| Microsoft Dynamics 365 Business Central | 8 USD je Nutzer/Monat | ERP für Buchhaltung, Einkauf und Verkauf |
| Qonto | 9 EUR/Monat | Geschäftskonto mit Belegerfassung und Freigaben |
| Brex | 12 USD je Nutzer/Monat | Firmenkarten und Ausgabenmanagement |
| Pennylane | 14 EUR/Monat | Buchhaltung und laufendes Reporting |
| Soldo | 21 GBP/Monat | Firmenkarten mit Budget je Team |
| Commitly | 55 EUR/Monat | Liquiditätsplanung auf Basis der Bankdaten |
| Float | 59 USD/Monat | Cashflow-Forecast mit Szenarien |
| Ledgy | 75 EUR/Monat | Cap Table und Mitarbeiterbeteiligung |
| ChartMogul | 99 USD/Monat | Abo-Kennzahlen: MRR, Churn, Kohorten |
| Tipalti | 99 USD/Monat | Kreditorenbuchhaltung und Auslandszahlungen |
| Jedox | 160 USD/Monat | Planung und Konsolidierung |
| Xentral | 199 EUR/Monat | ERP für Handel und E-Commerce |
Die Preise stammen aus den Faktenblättern unserer Datenbank und geben den günstigsten Tarif wieder, den der Anbieter selbst veröffentlicht. Sie ändern sich, ohne dass jemand Bescheid sagt – prüfe vor einer Entscheidung die Anbieterseite.
Was die zwölf unterscheidet
Vier der zwölf sind Werkzeuge für den Zahlungsverkehr und das Ausgabenmanagement: Qonto, Brex, Soldo und Tipalti. Sie lösen dasselbe Grundproblem – wer darf wie viel ausgeben, und wo landet der Beleg – aber aus unterschiedlichen Richtungen. Qonto ist ein Konto mit Kartenfunktion, Brex und Soldo sind Kartenprodukte mit Budgetlogik, Tipalti setzt auf der Kreditorenseite an und wird interessant, sobald Lieferanten in mehreren Ländern und Währungen zu bezahlen sind.
Drei sind Planungswerkzeuge: Commitly, Float und Jedox. Der Abstand zwischen ihnen ist größer, als die Preise vermuten lassen. Commitly und Float bauen auf den Bankdaten auf und beantworten die Frage nach der Liquidität der nächsten Wochen – das, was wir in der 13-Wochen-Liquiditätsplanung beschreiben. Jedox ist ein Planungssystem für Konzernstrukturen mit Konsolidierung und gehört in eine andere Größenordnung, auch wenn der Einstiegspreis das nicht zeigt.
Drei liefern Auswertung: Pennylane für die laufende Buchhaltung, ChartMogul für Abo-Kennzahlen, Ledgy für die Gesellschafterstruktur. ChartMogul ist der Fall, in dem der Preis am wenigsten über die Eignung sagt – wer kein Abomodell fährt, braucht es nicht, und wer eines fährt, kommt ohne eine solche Auswertung kaum durch ein Fundraising.
Zwei sind ERP-Systeme: Business Central und Xentral. Beide Preise sind irreführend niedrig. Ein ERP kostet in der Einführung ein Vielfaches der Lizenz, und die Einführung ist der Teil, an dem Projekte scheitern. Worauf es dabei ankommt, steht auf der Seite Software für die Finanzabteilung einführen.
Was ein genannter Preis nicht bedeutet
Dass ein Anbieter seinen Preis veröffentlicht, sagt etwas über sein Vertriebsmodell und nichts über seine Qualität. Unsere Auswertung zeigt genau das: Tools für Konzerne nennen in 40 Prozent der Fälle eine Zahl, Tools für kleine und mittlere Unternehmen in 65 Prozent. Wer individuell verhandelt, veröffentlicht keine Liste. Das ist eine Entscheidung über den Vertrieb, kein Qualitätsurteil.
Praktisch heißt ein genannter Preis vor allem: Du kannst rechnen, bevor du telefonierst. Bei vier von zehn Kandidaten geht das nicht – und wenn fünf Tools in der engeren Wahl sind, kostet das im Schnitt zwei Termine, bevor überhaupt ein Vergleich möglich ist. In einem Auswahlprozess mit Zeitdruck ist das der eigentliche Unterschied.
Der zweite Punkt ist die Währung. Sieben von zehn Preisangaben stehen in US-Dollar. Im Euro-Budget ist ein Dollar-Abonnement keine Fixkostenposition, sondern eine offene Position, die sich mit dem Kurs verschiebt – bei Jahresverträgen auf einen Schlag. Wer eine Softwarelandschaft plant, sollte die Dollar-Positionen getrennt ausweisen.
Häufige Fragen
Welche Finance-Tools nennen ihren Preis öffentlich?
Von 306 ausgewerteten Tools nennen 185 einen konkreten Einstiegspreis. Zwölf davon haben wir ausgewählt, weil sie einen monatlichen Preis nennen und für eine Finanzabteilung im Mittelstand relevant sind: Qonto ab 9 Euro, Microsoft Dynamics 365 Business Central ab 8 US-Dollar je Nutzer, Brex ab 12 US-Dollar je Nutzer, Pennylane ab 14 Euro, Soldo ab 21 Pfund, Commitly ab 55 Euro, Float ab 59 US-Dollar, Ledgy ab 75 Euro, ChartMogul ab 99 US-Dollar, Tipalti ab 99 US-Dollar, Jedox ab 160 US-Dollar und Xentral ab 199 Euro je Monat.
Wie viele Finance-Tools nennen keinen Preis?
121 von 306, also 39,5 Prozent. 106 davon führen ausdrücklich „Preis auf Anfrage“.
Was kostet ein Finance-Tool im Einstieg wirklich?
Der genannte Einstiegspreis ist fast nie der Betrag auf der Rechnung. Er gilt meist für einen Nutzer, den kleinsten Funktionsumfang und Jahreszahlung. Rechne mit der Zahl der Personen, die tatsächlich Zugriff brauchen, prüfe ob die benötigte Funktion im Einstiegstarif enthalten ist, und plane Einrichtung und Datenmigration gesondert ein.
Warum ist die Währung bei Finance-Software wichtig?
77 Prozent der Preisangaben stehen in US-Dollar. Ein in Dollar fakturiertes Abonnement ist im Euro-Budget keine Fixkostenposition, sondern verschiebt sich mit dem Wechselkurs. Bei Jahresverträgen trifft der Kurs den kompletten Betrag auf einmal.
Alle 306 Tools mit Faktenblatt stehen in der Tool-Datenbank. Wenn du gerade auswählst oder ein System ablöst: So begleiten wir Auswahl und Einführung.

