Das Wichtigste in Kürze
- 306 Finance-Tools haben wir ausgewertet – den kompletten Bestand unserer Finance-Tool-Datenbank, Stand September 2026.
- 121 Tools (39,5 %) nennen keinen konkreten Preis. Vier von zehn Anbietern lassen dich also raten, was ihr Produkt kostet.
- Je größer die Zielgruppe, desto weniger Preis: Bei Tools, die sich ausdrücklich an Konzerne richten, nennen nur 40 % eine Zahl. Bei Tools für kleine und mittlere Unternehmen sind es 65 %.
- 77 % der Preisangaben stehen in US-Dollar (142 von 185), nur 30 in Euro. Für ein deutsches Budget heißt das: umrechnen und Wechselkurs mitplanen.
- Median 5 genannte Integrationen je Tool – der Durchschnitt liegt bei 8, weil einzelne Anbieter bis zu 70 aufzählen.
Die Auswertung ist unsere eigene. Sie beruht auf den Faktenblättern aller 306 Toolseiten, nicht auf einer Umfrage oder einer fremden Studie.
Was wir ausgewertet haben
Jede Toolseite in unserer Datenbank trägt ein Faktenblatt mit vier Angaben: Kategorie, Zielgruppe, Preismodell und günstigster Preis. Dazu kommt bei den meisten eine Liste der Integrationen. Diese Felder haben wir am 18. September 2026 über alle 306 Tools ausgelesen und ausgezählt.
Als „konkreter Preis“ zählt nur eine Angabe mit einer Zahl. Formulierungen wie „auf Anfrage“, „nicht öffentlich“ oder ein leeres Feld zählen als fehlende Angabe.
Befund 1: Vier von zehn Anbietern nennen keinen Preis
185 der 306 Tools nennen einen konkreten Einstiegspreis. 121 nicht. Der häufigste Grund ist das Preismodell selbst: 106 Tools führen ausdrücklich „Preis auf Anfrage“.
| Preismodell | Tools | Anteil | davon mit konkreter Zahl |
|---|---|---|---|
| Kostenpflichtig mit Preisliste | 176 | 57,5 % | 85,2 % |
| Preis auf Anfrage | 106 | 34,6 % | 20,8 % |
| Freemium | 16 | 5,2 % | 68,8 % |
| Kostenlos | 6 | 2,0 % | 33,3 % |
Bemerkenswert ist die dritte Zeile: Selbst bei Tools mit einem kostenlosen Einstieg fehlt in knapp einem Drittel der Fälle eine belastbare Preisangabe für die bezahlten Stufen. Kostenlos heißt nicht, dass die Kosten transparent sind.
Befund 2: Wer Konzerne adressiert, schweigt über Preise
Die Zielgruppe erklärt die Preistransparenz besser als die Kategorie. Tools, die sich ausschließlich an Konzerne richten, nennen am seltensten eine Zahl.
| Zielgruppe | Tools | mit konkretem Preis |
|---|---|---|
| Kleine und mittlere Unternehmen | 40 | 65,0 % |
| Beide | 244 | 61,9 % |
| Konzerne | 20 | 40,0 % |
Nach Kategorie ist der Unterschied dagegen klein: zwischen 55,3 % (Ausführung und Kontrolle) und 64,0 % (Auswertung und Kennzahlen) liegen keine neun Prozentpunkte. Ob ein Anbieter seinen Preis nennt, hängt also kaum davon ab, was das Tool tut – sondern davon, an wen er verkaufen will.
Befund 3: Der Euro ist die Ausnahme
Von den 185 Preisangaben stehen 142 in US-Dollar. Euro-Preise gibt es nur bei 30 Tools.
| Währung | Preisangaben | Anteil |
|---|---|---|
| US-Dollar | 142 | 76,8 % |
| Euro | 30 | 16,2 % |
| Britisches Pfund | 7 | 3,8 % |
| Sonstige oder ohne Angabe | 6 | 3,2 % |
Das ist mehr als eine Fußnote. Ein in Dollar fakturiertes Abonnement verschiebt die Kosten im Budget mit jedem Kursausschlag, und bei Jahresverträgen trifft der Kurs den kompletten Betrag auf einmal. Wer eine Softwarelandschaft plant, sollte die Dollar-Positionen getrennt ausweisen.
Befund 4: Integrationen werden knapp beschrieben
219 der 306 Tools (71,6 %) nennen überhaupt Integrationen. Der Median liegt bei fünf genannten Systemen, der Durchschnitt bei acht – ein paar Anbieter mit bis zu 70 Einträgen ziehen ihn nach oben.
Fünf genannte Integrationen sind in der Praxis wenig. Ob das Tool an deine Buchhaltung, dein Bankkonto und dein Reporting andockt, lässt sich aus der Herstellerseite selten abschließend klären – das bleibt eine Frage an den Vertrieb.
Was das für die Toolauswahl heißt
- Plane die Preisrecherche ein. Bei vier von zehn Kandidaten kostet die Frage „was kostet das“ ein Gespräch. Wenn du fünf Tools vergleichst, sind das im Schnitt zwei Termine, bevor du überhaupt rechnen kannst.
- Frage früh nach der Währung. Ein Dollar-Preis in einem Euro-Budget ist eine offene Position, kein Fixkostenblock.
- Nimm die Integrationsliste als Anfang, nicht als Antwort. Lass dir die Verbindung zu deinem Buchhaltungssystem im Termin zeigen.
- Rechne die Gesamtkosten, nicht den Einstiegspreis. Der günstigste Tarif deckt bei Finance-Software selten den Funktionsumfang ab, den ein Monatsabschluss braucht.
Wenn du gerade eine Finanzsoftware auswählst oder ablöst: In unserer Tool-Datenbank stehen alle 306 Tools mit Faktenblatt. Wie wir Auswahl und Einführung begleiten, steht auf der Seite Software einführen.
Häufige Fragen
Wie viele Finance-Tools wurden ausgewertet?
306 – der vollständige Bestand der nugrow-Tool-Datenbank am 18. September 2026. Es ist keine Stichprobe.
Wie viele Anbieter nennen keinen Preis?
121 von 306, also 39,5 Prozent. 106 davon führen ausdrücklich „Preis auf Anfrage“.
Warum nennen Enterprise-Tools seltener einen Preis?
Die Daten zeigen den Zusammenhang, nicht die Ursache. Plausibel ist, dass Konzernverträge individuell verhandelt werden und ein veröffentlichter Listenpreis diese Verhandlung einschränken würde. Belegt ist nur: Tools für Konzerne nennen in 40 Prozent der Fälle eine Zahl, Tools für kleine und mittlere Unternehmen in 65 Prozent.
In welcher Währung stehen die Preise?
Von 185 Preisangaben stehen 142 in US-Dollar, 30 in Euro und 7 in britischen Pfund.

