Exit-Vorbereitung: Zahlen, Reporting und Datenraum für den Verkauf

Der Kaufpreis hängt an Zahlen aus den drei Jahren vor dem Prozess. Wir stellen die Finanzführung, die diese Basis rechtzeitig herstellt: prüfungsfähige Abschlüsse, belegbare Bereinigungen, vollständiger Datenraum.

Typische Dauer
12–18 Monate vor Prozessstart
Typische Auslastung
2–4 Tage pro Woche
Tagessatz
1.400–2.500 €

Wann dieser Anlass eintritt

Ein Verkauf ist geplant, angekündigt oder vom Gesellschafterkreis beschlossen. Der Prozess selbst dauert sechs bis zwölf Monate – geprüft werden aber die drei Jahre davor. Wechsel in Kontenrahmen, Systemen oder Bilanzierungspraxis, unbelegte Bereinigungen und ein lückenhafter Datenraum kosten dann Kaufpreis oder Zeit.

Gleichzeitig läuft das operative Geschäft weiter, und die Vorbereitung ist Zusatzlast, die mit dem Closing endet.

Was der Interim CFO übernimmt

Der Interim CFO stellt die Zahlenbasis her, an der der Kaufpreis hängt. Das heißt: Monatsabschlüsse zu festen Terminen mit konsistenten Abgrenzungen, eine durchgängige und überleitbare Historie über mindestens drei Jahre, und jede Bereinigung des Ergebnisses einzeln belegt – Einmalkosten, Gesellschaftervergütung über Marktniveau, aufgegebene Bereiche, Transaktionskosten.

Dazu Datenraum und Dokumentation: Verträge unterzeichnet und vollständig, Gesellschafterbeschlüsse abgelegt, Beteiligungsverhältnisse dokumentiert. Der häufigste Grund für Verzögerungen in Kaufprüfungen sind nicht schlechte Zahlen, sondern fehlende Unterlagen.

Für eine Vendor Due Diligence oder ein Financial Factbook liefert der Interim CFO die Datenbasis, beantwortet die Fragen der Wirtschaftsprüfer und baut den Datenraum so auf, dass die Financial Due Diligence der Käuferseite ohne Nachforderungsschleifen läuft.

Und schließlich die unbequeme Arbeit: Abhängigkeiten benennen, bevor die Käuferseite sie findet. Ein Punkt, den man selbst anspricht, ist ein Sachverhalt – derselbe Punkt, von der Gegenseite entdeckt, ist ein Verhandlungshebel.

Aus der Praxis: Bei Unicepta (2023, Portfolio von Paragon Partners) hat Sebastian Janus als Interim CFO die Exit-Vorbereitung geführt – Factbook gemeinsam mit KPMG, LucaNet-Konsolidierung für neun Gesellschaften. Weitere Mandate stehen in den Interim-CFO-Referenzen.

Ablauf

Monat 1 bis 2: Bestandsaufnahme

Wie lange dauert es heute, eine abgestimmte Monatsberichterstattung der letzten drei Jahre nach Produkt, Kunde und Region vorzulegen? Die Antwort bestimmt den gesamten Zeitplan.

Monat 2 bis 6: Zahlenqualität

Feste Abschlusstermine, konsistente Abgrenzungen, abgestimmte Salden, Überleitung über Wechsel in Kontenrahmen oder Systemen.

Monat 4 bis 9: Bereinigungen und Datenraum

Jede Bereinigung einzeln belegt, Verträge und Beschlüsse vollständig abgelegt, Abhängigkeiten benannt statt versteckt.

Monat 9 bis 12: Factbook und Prozessstart

Aufbereitung der Zahlenbasis, häufig gemeinsam mit einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Dann Übergabe in den eigentlichen Verkaufsprozess.

Häufige Fragen

Wann sollte die Verkaufsvorbereitung beginnen?

Etwa zwölf bis achtzehn Monate vor dem geplanten Prozess. Geprüft werden die drei Jahre davor – wer erst mit dem Prozessstart anfängt, kann daran nichts mehr ändern, nur noch erklären.

Wer hilft bei Financial Due Diligence und Datenraum vor dem Exit?

Den Bericht einer Vendor Due Diligence schreibt meist eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Datenbasis, belegte Bereinigungen und Datenraum muss das Unternehmen selbst liefern – genau dafür setzen Portfoliounternehmen einen Interim CFO ein. nugrow stellt solche Interim CFOs für Unternehmen mit Private-Equity- und Venture-Capital-Investoren; erste Profile kommen innerhalb von 24 Stunden.

Woran erkenne ich, ob wir vorbereitet sind?

Ein Test: Wie lange dauert es, eine vollständige, abgestimmte Monatsberichterstattung der letzten drei Jahre nach Produkt, Kunde und Region vorzulegen? Tage bedeuten, die Basis steht. Wochen bedeuten, es hat noch nicht angefangen.

Was kosten fehlende Belege?

Bereinigungen ohne Nachweis werden gestrichen, und jede gestrichene Position senkt unmittelbar den Kaufpreis, weil das bereinigte Ergebnis die Bewertungsbasis ist.

Braucht es dafür ein Factbook?

Nicht zwingend, aber es lohnt sich meist doppelt: Der Prozess wird schneller, weil Fragen vorweggenommen sind, und die eigenen Schwachstellen werden vor der Käuferseite sichtbar.

Was kostet das?

Tagessätze zwischen 1.400 und 2.500 Euro je nach Größe und Verantwortungsumfang. Bei niedriger Wochenauslastung sinkt der effektive Satz.

Weiterlesen

Zur Leistung: Interim CFO für Private-Equity-Portfolios. Wie ein Mandat abläuft, steht unter Interim CFO, die Tagessätze nach Rolle auf der Preisseite.

Begriffe dazu im Glossar: Exit Readiness und Carve-out-Bilanz.

Passende Beiträge: Exit Readiness der Finanzabteilung, Vendor Due Diligence und Financial Factbook und Der Datenraum für die Financial Due Diligence.

Zur Prüfung selbst: Financial Due Diligence mit Checkliste für die Exit-Vorbereitung. Für Gründer: Exit-Strategien für Startups.

Verwandter Anlass: Carve-out.

Ebenfalls passend: Post-Merger-Integration.

Alle Anlässe für ein Interim-CFO-Mandat im Überblick: Anlässe.

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