Covenants brechen selten an der Kennzahl, sondern an ihrer Definition und an zu später Information. Wir stellen die Finanzführung, die monatlich rechnet, vorausrechnet und rechtzeitig spricht.
Ein Kreditvertrag verlangt Kennzahlen zu festen Fristen – Verschuldungsgrad, Zinsdeckungsgrad, teils Eigenkapitalquote –, und im Unternehmen weiß niemand genau, wie der Vertrag sie definiert. Oder die Zahlen werden erst zum Stichtag gerechnet, wenn zum Handeln keine Zeit mehr bleibt.
Häufige Auslöser sind eine anstehende Refinanzierung, ein neu aufgenommener Fremdkapitalgeber, ein absehbar knapper Grenzwert oder eine Stillhaltevereinbarung mit erhöhten Berichtspflichten.
Der Interim CFO übernimmt drei Dinge. Erstens die Definitionsarbeit: Welches EBITDA meint der Vertrag – berichtet, bereinigt oder nach eigener Definition? Welche Bereinigungen sind zulässig, mit welcher Obergrenze? Zählen Gesellschafterdarlehen zu den Finanzverbindlichkeiten? Diese Fragen entscheiden über Einhaltung oder Bruch und werden oft erst gestellt, wenn es eng ist.
Zweitens die monatliche Berechnung und die Vorausrechnung in der integrierten Planung, damit eine drohende Verletzung Monate vorher sichtbar wird statt am Stichtag.
Drittens die Gesprächsführung mit Banken und Debt Funds. Ein angekündigter Bruch mit Maßnahmenplan ist ein Gespräch; derselbe Bruch, vom Kreditgeber selbst im Bericht entdeckt, ist ein Vertrauensschaden.
Alle Kreditverträge durchgehen: Welche Kennzahlen, welche Definitionen, welche Fristen, welche Handlungsverbote und -pflichten. Die Berechnungslogik wird schriftlich fixiert.
Monatliche Ermittlung statt Stichtagsrechnung, idealerweise mit dem Kreditgeber abgestimmt.
Die Kennzahlen wandern in die integrierte Planung, damit eine drohende Verletzung Monate vorher sichtbar wird.
Fristgerechte Vorlage, und bei absehbaren Problemen die rechtzeitige Ansprache des Kreditgebers mit Maßnahmenplan.
Die verletzte Berichtsfrist – und zugleich der einzige, der vollständig vermeidbar ist.
In der Regel keine sofortige Kündigung, sondern Verhandlungen: befristete Aussetzung, angepasste Grenzwerte, zusätzliche Sicherheiten, höhere Marge oder Kapitalzuführung. Entscheidend ist der Zeitpunkt der Information.
Weil sie zu spät kommt. Wer monatlich rechnet und in der Planung vorausrechnet, sieht das Problem mit Monaten Vorlauf – und genau dieser Vorlauf ist der Verhandlungsspielraum.
Der Interim CFO, vor dem ersten Bericht. Eine einmal abgestimmte und schriftlich fixierte Logik verhindert die Diskussion im ungünstigsten Moment.
Ja – als laufende externe Finanzführung. Die befristete Besetzung passt zur Zuspitzung: Refinanzierung, drohender Bruch, Sanierung.