Die Geschichte vom HR-Startup inga.

Startup in der Covid Pandemie

Wie die Idee entstand

Fehler und Krisen

3 Tips fĂŒr GrĂŒnder

Our awesome features

Das Startup inga. vereint das Thema Human Resources mit der Technologie der Chat Bots und hat es geschafft, daraus ein erfolgreiches Business zu kreieren. Wir haben mit der Co-Founderin Corinna Haas ĂŒber die Geschichte hinter dem Unternehmen gesprochen, das Personalrecruiting mit Chatbots anbietet.

Hallo Corinna, schön dass du heute mit uns ĂŒber inga. sprichst. ErklĂ€r unseren Lesern doch, wer genau ihr seid und welche Vision ihr verfolgt.


Mit unserem HR-Tech Startup inga. haben wir eine Methode fĂŒr Social Personalrecruiting mit Chatbots entwickelt, die den entscheidenden ersten Schritt in ein neues gemeinsames ArbeitsverhĂ€ltnis wesentlich erleichtert.

Unsere sogenannten Job-Bots spĂŒren auf zielgruppengerechten Social Media KanĂ€len passende Kandidaten fĂŒr die jeweilige Stelle unserer Kunden auf und qualifizieren sie durch einen individuellen Chatbot vor.


Unsere Vision ist eine Arbeitswelt, in der wertschĂ€tzende und empathische Interaktion im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht. Mit unserem Personalrecruiting mit Chatbots erleichtern wir den Prozess fĂŒr beide Seiten: Recruiter und Talente.

Erstens schaffen wir Raum fĂŒr mehr qualitative Personalarbeit. Wir wollen dafĂŒr sorgen, dass sich kein Personaler mehr mit Papierkram und frustrierenden Adminaufgaben rumschlagen muss, sondern Zeit und vor allem Muße fĂŒr seine oder ihre kĂŒnftigen Mitarbeiter hat.

Zweitens ist unser Bewerbungsverfahren maximal niederschwellig und zielgruppengerecht. Wir verlangen keine Bewerbungsmappe mit Anschreiben und Lebenslauf von FachkrĂ€ften, die wegen ihrer Expertise in ihrem jeweiligen Fach gesucht werden und nicht wegen ihrer Schreib- und DesignkĂŒnsten (oder etwa finanzieller Möglichkeiten, sich die Unterlagen durch Dritte erstellen zu lassen).Wie ist es euch die letzten Monate wĂ€hrend der Covid-19 Pandemie ergangen?


NatĂŒrlich hat uns die Krise erstmal hart getroffen. Anfang 2020 hatten wir einen starken Umsatzeinbruch, dabei hatten wir fĂŒr dieses Jahr eigentlich die finanzielle UnabhĂ€ngigkeit zum Ziel gesetzt. Zum einen sind uns Bestandskunden weggebrochen, die trotz vorherigen Wachstum und Mitarbeitermangel erstmal einen Einstellungsstopp verhĂ€ngen mussten.

Zum anderen war es in einer wirtschaftlich ungewissen Zeit extrem schwer potentielle Neukunden zu gewinnen. In unsicheren Zeiten lÀsst man sich ungern auf Experimente ein.

Außerdem waren wir gerade dabei inga. eine neue Richtung zu geben und hatten bereits eine komplette Strategie ausgearbeitet. Das neue Produkt wollten wir dann auf der TalentPro 2020 vorstellen. Die TalentPro wurde schließlich, wie alle anderen Veranstaltungen, abgesagt und unsere neuen PlĂ€ne lagen ebenfalls erstmal auf Eis.


Stattdessen haben wir einen U-Turn vollzogen und uns ganz auf unser bestehendes Produkt konzentriert, dieses stark optimiert und in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden weiterentwickelt. Den Vertrieb haben wir strategisch auf Branchen ausgerichtet, die gerade durch Corona dringend Zuwachs gebraucht haben – und das mit Erfolg.


Konntet ihr Positives aus der aktuellen Situation fĂŒr euer Unternehmen ziehen?


Auf diese Frage gibt es ein klares Ja! Wir sind nicht nur gut durch die Krise gekommen, sondern tatsĂ€chlich gestĂ€rkt daraus hervorgegangen. Das hat uns gezeigt, dass AgilitĂ€t und FlexibilitĂ€t fĂŒr das Team inga. nicht nur Buzzwords, sondern tatsĂ€chlich gelebte Praxis sind. Wir haben uns gleichzeitig auf unsere Kernkompetenz zurĂŒckbesonnen und diese strategisch an der neuen Situation ausgerichtet.


Durch unseren Fokusswitch auf systemrelevante Branchen waren das dann vor allem die Gesundheits- und Sozialbranche, das Baugewerbe und das Handwerk. Die durch die Ă€ußeren UmstĂ€nde erzwungene RĂŒckbesinnung auf unser bestehendes Produkt und unsere bereits aufgebaute Expertise hat sich rĂŒckblickend als Segen erwiesen. Außerdem ist unser Team durch die große Herausforderung noch stĂ€rker zusammengewachsen. Dass Zusammenhalten und RĂŒcken-StĂ€rken bei uns funktioniert, konnten wir in den vergangenen Monaten nur zu gut unter Beweis stellen.

Letztlich konnten wir wÀhrend einer Pandemie nachhaltig die UmsÀtze steigern, neue Kunden und Partner (darunter in den USA und der UK) dazugewinnen, eine starke Vertriebsstrategie entwickeln und mit unseren Bestandskunden enger zusammenwachsen. Wir gehen mit dem Motto aus der Krise: wenn wir das geschafft haben, schaffen wir alles!


Wann habt ihr gegrĂŒndet und wie seid ihr auf die Idee gekommen?


Die Idee zu inga. entstand im Sommer 2017. Die Ideengeber waren eine handvoll innovativer Köpfe mit weltverbesserischen Gedanken. Alle Initiatoren hatten entweder aus der Talent- oder der Recruiter-Perspektive erlebt, wie unnötig hĂŒrdenreich, umstĂ€ndlich und veraltet das aktuelle Bewerbungsverfahren ist und sich in den Kopf gesetzt, das grundlegend zu verĂ€ndern.

Die Welt des Arbeitens, angefangen mit dem ersten Zusammentreffen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, sollte fundamental besser werden. Recruiting- bzw. Bewerbungsprozess sollte sich also ins Gegenteil des Status Quo verkehren: niederschwellig, unverkrampft, authentisch und zielguppengerecht. Sowohl die Suche als auch das Kennenlernen neuer Mitarbeiter ist mit den gĂ€ngigen Methoden nicht individualisierbar. Das heißt, der Marketing Manager muss dieselbe Art von Leistung abliefern, wie der Maurer, obwohl im Grunde komplett andere Kompetenzen gesucht werden.

Einer dieser weltverbesserischen Köpfe hatte zu dieser Zeit Chatbots als niederschwelliges Kommunikationsmittel kennengelernt. Die Idee inkl. Umsetzungsmöglichkeit war geboren: ein Bewerbungs-Bot, der individuell auf seine Zielgruppe ausgelegt werden kann.


Gibt es eine Geschichte hinter eurem Unternehmensnamen und wie habt ihr ihn gefunden?


Ganz am Anfang der Entstehungsgeschichte hieß inga. noch INGA – in Versalien. Der Name stand fĂŒr Intelligent Growth Assistant und sollte die Parallelen zwischen Social Selling und Social Personalrecruiting mit Chatbots anzeigen. INGA sollte als virtuelle, automatisierte Assistentin Unternehmen beim Wachstum helfen. Der Name ist zusammen mit den Entwicklungen im Team und der Unternehmensphilosophie gewachsen und aus den Versalien wurde ein klein geschriebenes inga.

Die neue inga. bedeutete einen Shift vom Wachstumsfokus auf mehr empathische und wertschĂ€tzende Kommunikation in Unternehmen. Aktuell schraubt inga. hier an der Kommunikation im Personalrecruiting mit Chatbots-Prozess. Durch die Automatisierung nerviger Adminarbeit können sich Personaler intensiver und damit auch wertschĂ€tzender dem Kennenlernen der Kandidaten widmen. Wir möchten den Fokus des Kennenlernprozesses zwischen Arbeitnehmer- und geber so setzen, dass fĂŒr beide Seiten der Dialog, das GesprĂ€ch, im Mittelpunkt steht. Die (manuell schwierig gewordene) Suche und den Papierkram ĂŒbernehmen die Job-Bots und das Team inga.

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Wie habt ihr euer Tool in die RealitÀt umgesetzt und wie habt ihr es finanziert?


Wir haben unser Produkt von Anfang an eng an den BedĂŒrfnissen und WĂŒnschen unserer Kunden entwickelt und weiterentwickelt. Dass wir direkt zu Beginn schon einen Großkunden mit entsprechender Expertise mit an Board hatten, der die BedĂŒrfnisse seiner Branche konkret schildern konnte, hat uns enorm weitergeholfen, das Personalrecruiting mit Chatbots zu verfeinern.

Nach ihrer Geburtsstunde war inga. noch ein Projekt dreier Freiberufler, das neben der Hauptarbeit großgezogen wurde. Doch das kleine Projekt kam an – es hatte den Nerv der Zeit und der Recruitingwelt getroffen – und damit die AuftrĂ€ge. Damit wurde inga. vom Projekt zum Unternehmen und bekam zusĂ€tzlich UnterstĂŒtzung von Investoren, Business Angels und Startup-Programmen, wie NCA.


Welche Hindernisse musstet ihr auf eurem Weg ĂŒberwinden?


Die grĂ¶ĂŸten HĂŒrden taten sich bei der GrĂŒndung der GmbH auf. Klar, wir kannten die Klischees vom Passierschein A38 und der deutschen BĂŒrokratie, aber dass die bĂŒrokratischen HĂŒrden tatsĂ€chlich so hoch waren, damit hĂ€tten wir (bzw. Corinna, die sich da federfĂŒhrend durchkĂ€mpfen mussten) nicht gerechnet. Wir sprangen durch diejenigen Reifen und StĂ€be, die wir ja selbst fĂŒr einen anderen Bereich der Arbeitswelt abschaffen wollten!

Eine weitere Herausforderung, war es, wirklich passende Investoren zu finden. Wir wollten und wollen kein Einhorn sein, sondern ein Impact-Startup. Das bedeutet, es galt auch Investoren zu finden, die genau solche Startups fördern wollten, mit allem, was dazugehört. Ein Zebra, und ein solches möchten wir werden, braucht lĂ€nger zum Wachsen, als ein Einhorn, tut dies aber bedacht und in eine andere Richtung. Es möchte einen deutlichen Impact auf sein Umfeld haben und nicht so schnell wie möglich auf Exit gehen. HierfĂŒr muss das GrĂŒnderteam und die Investoren am gleichen Strang ziehen.

Und hier wĂ€ren wir dann auch bei der nĂ€chsten Herausforderung beim GrĂŒnden eines Startups: das passende GrĂŒnderteam. Die Charaktere der einzelnen GrĂŒnder mĂŒssen so ineinandergreifen, dass sie harmonisieren und sich im besten Fall ergĂ€nzen. Das Wichtigste dabei ist aber wiederum die gleiche Vision vor Augen zu haben. Es bringt nichts, wenn einer ein Zebra und die andere ein Einhorn werden möchten, und dabei an unterschiedlichen FĂ€den ziehen.

Und natĂŒrlich hat sich letztlich auch die Pandemie als unerwartete HĂŒrde in den Weg gestellt und uns gezwungen, Umwege zu finden und erfolgreich fĂŒr uns zu erschließen.


Welche Fehler habt ihr in euren AnfÀngen gemacht und was habt ihr aus diesen gelernt?


Die zwei grĂ¶ĂŸten Learnings in der GrĂŒndungsphase waren diese:

  • Falsches Spending! Wir haben frĂŒh in eine nicht fĂŒr unsere Zwecke passende Software investiert und diese Fehlentscheidung ist uns letztlich um die Ohren geflogen. Wir haben viel zu langfristig geplant und Hypothesen als Fixum betrachtet, anstatt viel kleinteiliger zu Testen und durch trial & error den richtigen Weg zu finden. Dass die Adjektive “lean” und “agil” nicht umsonst erfolgreiche Startups beschreiben, haben wir dann ziemlich schnell gelernt.
  • Zu viele Chefköche verderben den Brei! Wir sind damals zu 12. (inkl. der Investoren) beim Notar eingefallen, um die GmbH zu grĂŒnden. Der Blick des Notars hĂ€tte uns damals schon eine Warnung sein sollen: “Wir sehen uns eh bald wieder”
. womit er auch recht hatte.


Welches Alleinstellungsmerkmal besitzt ihr? Was hebt euch von euren Konkurrenten ab?


Im Vergleich zu anderen Anbietern von automatisierten Recruiting-Lösungen legen wir großen Wert darauf, dass alle Bestandteile unserer Job-Bots genau auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten sind. Durch unsere Chatbots qualifizieren wir effizient einen großen Pool an Talenten aus Ausbildungsberufen vor und durch Input unserer Kunden und unsere eigene Expertise gestalten wir die Chat-Dialoge und Werbeanzeigen individuell und bieten den Talenten damit einen hohen Identifikationsfaktor. Dadurch erhalten unsere Kunden ohne jeglichen Implementierungs-Aufwand nicht nur viele, sondern vor allem auch passende Kandidaten fĂŒr ihre Vakanzen.

Wir legen Wert auf echte Kommunikation und wertschĂ€tzenden und damit produktiven Austausch – das ist nicht nur unsere Vision fĂŒr eine neue Art des Recruitings, sondern auch unser Anspruch an die Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Dadurch fĂŒhlen sich unsere Kunden sehr gut betreut und beraten und haben auch einen großen Anteil an der Weiterentwicklung und Optimierung unseres Produktes. Das wiederum fĂŒhrt dazu, dass inga. 1. maximal intuitiv bleibt und 2. der Zielgruppe genau das liefert, was sie braucht.


Wieso glaubt ihr, dass euer Tool etwas verÀndern wird?


Wir streben eine Arbeitswelt an, in der die Zusammenarbeit von WertschĂ€tzung und empathischer Interaktion geprĂ€gt ist. Wir ermöglichen mit unserer Social Recruiting Methode einen genau solchen Start in die Zusammenarbeit – fĂŒr beide Seiten, Recruiter und Talente. Wer ins Recruiting geht, tut dies meistens, weil er/sie mit Menschen arbeiten will und nicht mit (digitalem) Papier.

Durch unsere Methode des Personalrecruiting mit Chatbots möchten und können wir den Fokus der HR wieder zurĂŒck auf das H(uman) legen. Personalarbeit ist damit wieder Kommunikation, KreativitĂ€t und Empathie – inga. kĂŒmmert sich um den Rest. Der Job-Bot sucht & findet und unser Kunde kann sich ganz der Kommunikation mit den vielversprechendsten Kandidaten widmen.

Der Bewerbungsprozess wird umgekehrt auch fĂŒr die Talente wesentlich angenehmer und wertschĂ€tzender, weil er sich nach den BedĂŒrfnissen und FĂ€higkeiten der Kandidaten richtet. Unsere Job-Bots sind zielgruppengerecht. Das heißt, wir platzieren sie zum einen auf den KanĂ€len, in denen sich die entsprechende Zielgruppe auch aufhĂ€lt, zum anderen ist der Chatdialog gezielt niederschwellig gehalten und fragt effektiv und damit zeitoptimiert gezielt die wirklich nötigen Qualifikationen ab. Damit gewĂ€hrleisten wir einen wertschĂ€tzenden Kennenlernprozess und einen optimalen Start in eine nachhaltig gute Zusammenarbeit.


Wo seht ihr euch mit eurem Tool in der Zukunft und was ist euer Ziel?


Wir möchten dazu beitragen, dass es einen Shift von der Akademikerschwemme hin zur FachkrĂ€fteschwemme gibt. Unser Tool fĂŒr Social Personalrecruiting mit Chatbots soll dazu beitragen, dass Ausbildungsberufe attraktiver werden und FachkrĂ€fte die perfekt zu ihnen passenden Arbeitgeber finden und sie kein umstĂ€ndlicher Bewerbungsprozess davon abhĂ€lt.

Aktuell sind wir außerdem dabei, unsere Methode speziell fĂŒr die Zielgruppe Azubis auszubauen und eigene Azubi-Job-Bots zu entwickeln. Unsere Arbeit soll dazu beitragen wertstiftende Berufe zu stĂ€rken und diese Profile im Recruiting sichtbar zu machen. HierfĂŒr braucht es ein Bewerbungsverfahren, das dieser Gruppe gerecht wird.

Aus unserer Sicht ist die Zeit der klassischen Stellenportale vorbei. In Zukunft mĂŒssen sich Arbeitgeber an das verĂ€nderte Suchverhalten und auch an die verĂ€nderten AnsprĂŒche der Arbeitnehmer anpassen und neue Wege gehen. Einer dieser Wege ist inga.


Gibt es Kunden, auf die ihr besonders stolz seid?


Eine tolle Erfahrung war es, zu erleben wir aus der theoretischen Konkurrenz in der Praxis Ă€ußerst produktive VerbĂŒndete wurden. UrsprĂŒnglich sahen wir in unserem Tool, also dem Personalrecruiting mit Chatbots, eine Konkurrenz fĂŒr Headhunter und Personalberater, das deren Arbeit ersetzen wĂŒrde. Inzwischen hat sich dagegen eine Symbiose entwickelt und es sind die Personalberater, mit denen wir gemeinsam die durchschlagendsten Erfolge erzielen.

Wir haben zudem höchsten Respekt vor unseren Kunden aus der Gesundheitsbranche und dem Sozialwesen, die genau wissen, wie wertvoll ihre (potentiellen) Mitarbeiter sind und ihr bestes geben, um ihnen diese WertschĂ€tzung auch zu zeigen. Außerdem ziehen wir unseren Hut vor dem Mut und der Experimentierfreude des produzierenden Gewerbes und allgemein dem Mittelstand. Die KMUs mit denen wir zusammenarbeiten, haben sich als weitaus agiler und innovativer herausgestellt, als allgemein angenommen.


Welche Tools nutzt ihr außer eurem eigenen?


Wir waren von Anfang an ein Remote-First Unternehmen mit Mitarbeitern u.a. aus Marokko und Italien. Das heißt wir hatten bereits vor der Pandemie eine starke Tool-Landschaft, vor allem zur digitalen Kommunikation und Organisation. Als wir dann alle erstmal vollstĂ€ndig ins Home Office umziehen mussten, kam uns das zugute!

Meetings liefen sowieso schon ĂŒber Zoom, die Kommunikation ĂŒber Slack und die Organisation und Dokumentation ĂŒber Asana und Notion. Wir waren – was das betrifft – also bestens auf die Situation vorbereitet. Aber auch die Produktion unserer Job-Bots ergibt sich aus einem Zusammenspiel mehrerer Tools – das sind z.B. Werbemanager fĂŒr unsere Online-Kampagnen, Airtable als Datenbank, Tools zur Performance-Analyse usw.


Auf welche KanÀle und Strategien setzt ihr im Marketing, wie macht ihr auf euch und euer Tool aufmerksam?


WĂ€hrend der Pandemie haben wir uns vor allem auf den Aufbau einer starken Vertriebsstrategie konzentriert – d.h. Outbound Sales fĂŒr das Personalrecruiting mit Chatbots ĂŒber Businessnetzwerke wie LinkedIn und Xing, aber auch durch Netzwerken auf virtuellen Events und durch eigene Webinare zum Thema Social Recruiting etc.

Inzwischen haben wir eine treue Bestandskundschaft und damit eine gute Basis fĂŒr Inbound Sales, Content Marketing, Branding und damit eine lĂ€ngerfristige Marketingstrategie aufgebaut. HierfĂŒr bauen wir gerade unser LinkedIn Profil weiter aus, sind dabei einen Blog anzulegen und möchten uns mehr auf SEO konzentrieren.


Glaubt ihr der Schritt in die

SelbststÀndigkeit lohnt sich, auch wenn es ein sehr unsicherer Weg ist?


SelbststĂ€ndigkeit bedeutet man ist selbst & stĂ€ndig. Das heißt zum einen, dass man quasi rund um die Uhr fĂŒr sein “Baby” da ist und stĂ€ndig mit der eigenen Firma beschĂ€ftigt ist, zum anderen heißt das aber auch, dass man stĂ€ndig man selbst ist (Danke meinem Co-Founder Kim Körber fĂŒr diese Aussage)! Mehr Selbstverwirklichung geht nicht.

Wer merkt, dass das eigene “Baby” Mehrwert in die Welt bringt und sich der Impact, den man sich vorher ertrĂ€umt hatte, tatsĂ€chlich beginnt abzuzeichnen, ĂŒberwiegt das die schlaflosen NĂ€chte. Wichtig ist eine klare Vision, ein finanzielles Polster und ein Team, das auch in schwierigen Phasen zusammenhĂ€lt – dann ist die SelbststĂ€ndigkeit ein Traum, den es sich zu verwirklichen lohnt.


Was ist das Beste daran, ein eigenes Startup zu grĂŒnden?


Eine Lösung fĂŒr ein Problem zu schaffen, das einem selbst wichtig ist. Der Lieblingssatz eines unserer GrĂŒnder, Kim lautet: “Machen nicht Meckern!”. Zu GrĂŒnden bedeutet, ein Problem zu erkennen, die Ärmel hochzukrempeln und mit vereinten KrĂ€ften die Lösung dafĂŒr zu liefern. Wenn das dann tatsĂ€chlich gelingt, ist es ein unglaublich befriedigendes GefĂŒhl.

Habt ihr GrĂŒnder-Vorbilder?

Nicht Exit- sondern Impact-getriebene GrĂŒnder, die nicht nach dem schnellen, großen Geld streben, sondern tatsĂ€chlich einen Mehrwert fĂŒr die (Arbeits-) welt stiften möchten, die sie kommenden Generationen hinterlassen. Unsere Vorbilder sind nicht die Unicorns aus dem Silicon Valley oder Berlin, sondern die Zebras aus dem Ruhrpott und dem Bayerischen Wald, die ihre Vision nachhaltig in der Wirklichkeit verankern und einen echten Mehrwert fĂŒr die Arbeitswelt der Zukunft schaffen.

Außerdem hat uns der GrĂŒndungsprozess mit allen seinen HĂŒrden und Talfahrten einen heiden Respekt vor etablierten Unternehmen eingebracht. Es kostet Kraft und vor allem Ausdauer an den Markt zu kommen und erfolgreich am Markt zu bleiben.


Welche drei Tipps wĂŒrdet ihr angehenden GrĂŒndern mit auf den Weg geben?


  • „Better done, than perfect“ – ein zweiter Lieblingssatz von Kim, der einen nicht zu unterschĂ€tzenden Einfluss auf unseren Erfolg hatte und immer noch hat. Erstens wird kein Produkt und keine Methode in der reinen Theorie Perfektion erreichen und damit auch nie auf den Markt gehen. Zweitens zeigt sich oft erst in der Praxis, was ein gutes und damit marktfĂ€higes Produkt ist. Vor allem am Anfang denkt man sich als GrĂŒnder, dass es besonders wichtig sei ein perfekt funktionstĂŒchtiges Produkt auf den Markt zu bringen. Doch das ist genau der falsche Ansatz. Man kann nĂ€mlich nie sicher sein, ob das neue Produkt in der RealitĂ€t einen sinnvollen Mehrwert bringt, also in dieser Form etwas ist, was die Zielgruppe tatsĂ€chlich braucht. Ins kalte Wasser und danach testen, testen, testen – das funktioniert unserer Erfahrung nach am Besten.
  • Bildet ein Team, das gut zusammen funktioniert und gleichzeitig divers ist. Wichtiger als Hard Skills und jahrelange Berufserfahrung ist, dass neue Mitarbeiter – durch ihre Art und Arbeitsweise ins Team passen. Im besten Fall brennt ihr alle fĂŒr die eine gemeinsame Vision, stĂ€rkt ihr euch gegenseitig den RĂŒcken, haltet auch in Talfahrten zusammen und ergĂ€nzt euch mit euren verschiedenen Sichtweisen und FĂ€higkeiten.
  • Überlegt euch, wie ihr euch finanzieren wollt. Sehr sinnvoll ist es nach geeigneten Investoren zu suchen, die euch mit Geld aber auch mit deren Know-how weiterhelfen können. Vielleicht bringen sie ja auch gleich noch das nötige Netzwerk, ohne das es schwierig wird am Markt Fuß zu fassen.


Über den Interviewpartner

Corinna Haas ist Co-Founder & Managing Director bei inga. und war von Anfang an dabei. Sie kommt selbst aus der Corporate Welt und hat jahrelang in den HR-Abteilungen von großen Unternehmen gearbeitet. inga. ist ein HR-Tech Start-Up aus Frankfurt, das Personalern und Talenten das Leben vereinfacht und ihnen Zeit fĂŒr die wesentlichen Aufgaben zurĂŒck gibt. Durch unsere Recruiting-Lösung soll der Fokus wieder auf das zwischenmenschliche Kennenlernen und damit der Grundstein fĂŒr ein produktives, langfristiges ArbeitsverhĂ€ltnis gelegt werden können.

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